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Proteste gegen Polizeigewalt in USA schlagen in Krawalle um
18. September 2017 / 04:59 / in einem Monat

Proteste gegen Polizeigewalt in USA schlagen in Krawalle um

St. Louis (Reuters) - Rund drei Jahre nach den schweren Unruhen bei St. Louis sind in der Metropole friedliche Proteste gegen Polizeigewalt in Krawalle umgeschlagen.

People destroy a planter as they continue to march after the not guilty verdict in the murder trial of Jason Stockley, a former St. Louis police officer charged with the 2011 shooting of Anthony Lamar Smith, who was black, in St. Louis, Missouri, U.S. September 17, 2017. REUTERS/Joshua Lott

Mehr als 80 Menschen wurden in der Nacht zum Montag festgenommen, wie die Polizei im US-Bundesstaat Missouri mitteilte. Bereitschaftspolizisten seien auch mit Pfefferspray gegen Personen vorgegangen, die einem Aufruf zur Auflösung der Kundgebung nicht Folge geleistet hätten. Die Demonstranten hätten im Zentrum Schaufenster eingeworfen und versucht, eine Autobahnzufahrt zu blockieren. Nach ersten Festnahmen seien Polizisten mit Flaschen beworfen worden. Auslöser der Proteste war der Freispruch für einen weißen Ex-Polizisten, der 2011 einen Afroamerikaner erschossen hatte.

Die Kundgebungen hielten bereits den dritten Tag in Folge an. Mit mehr als 1000 Demonstranten gingen am Sonntagabend mehr Menschen auf die Straße als an den Tagen zuvor. Die Polizei reagierte mit einem Großaufgebot. Wie bereits an den Vortagen blieb die Kundgebung ohne Zwischenfälle, bis eine kleine Gruppe von Demonstranten laut Polizei anschließend Krawalle startete. Die Bürgermeisterin von St. Louis, Lyda Krewson, betonte, dass die große Mehrheit der Demonstranten friedlich gewesen sei. Sie machte “eine kleine Gruppe von Unruhestiftern” für die Krawalle verantwortlich.

Zu der ersten Demonstration kam es am Freitag kurz nach dem Freispruch für den ehemaligen Polizisten. Der 36-Jährige war des Mordes an einem 24-Jährigen angeklagt. Im Rahmen von Drogenermittlungen hatte der Ex-Polizist vor sechs Jahren den Afro-Amerikaner verfolgt und in dessen Auto erschossen. Die Staatsanwaltschaft warf dem ehemaligen Polizisten vor, nachträglich eine Waffe in das Auto des Getöteten gelegt zu haben um den Todesschuss zu rechtfertigen. Doch das Gericht wies diese Darstellung zurück.

Das Urteil und die Proteste erinnern an die Unruhen 2014 in Ferguson, einem Vorort von St. Louis. Damals hatte ein weißer Polizist einen 18-jährigen Schwarzen erschossen und war dafür nicht angeklagt worden. Seitdem protestiert die Bewegung “Black Lives Matter” in vielen Städten der USA gegen Polizeigewalt, die sie als rassistisch motiviert und von der Justiz toleriert bezeichnet.

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