February 9, 2018 / 10:39 AM / 9 months ago

Übernahmepoker um US-Chipkonzern Qualcomm geht weiter

A sign on the Qualcomm campus is seen, as chip maker Broadcom Ltd announced an unsolicited bid to buy peer Qualcomm Inc for $103 billion, in San Diego, California, U.S. November 6, 2017. REUTERS/Mike Blake

New York (Reuters) - Der Übernahmepoker um den US-Chipkonzern Qualcomm geht in eine neue Runde.

Das Management von Qualcomm wies zwar die auf 121 Milliarden Dollar erhöhte Offerte des Konkurrenten Broadcom zurück. Zugleich gab es sich allerdings gesprächsbereit und schlug ein Treffen mit der Broadcom-Führung vor. Diese wiederum zeigte sich am Freitag dafür offen, bezeichnete ihr Angebot aber als endgültig.

Broadcom hatte für den weltgrößten Hersteller von Handychips bereits im November 103 Milliarden Dollar auf dem Tisch gelegt. Dies war Qualcomm zu wenig. Allerdings drangen einige Aktionäre des Unternehmens zuletzt auf Verhandlungen, um eine höhere Offerte herauszuschlagen. Diese kam dann am Montag. Doch auch die vorgeschlagene Aufstockung von 24 Prozent stieß bei Qualcomm auf Ablehnung, weil der Vorstand den eigenen Konzern damit immer noch deutlich unterbewertet sieht. Als weiteres Problem betrachtet er die Ungewissheit, ob und wann die Wettbewerbshüter einem Zusammengehen beider Unternehmen ihren Segen geben würden. Monatelange Unsicherheit könnte Qualcomm zurückwerfen in einer wegweisenden Umbruchphase der Branche, lautet das Argument.

Zwei Kunden hätten bereits erklärt, dass wie möglicherweise zu einem anderen Chip-Anbieter wechseln würden, falls die Fusion wahr werde, erklärte Qualcom in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht. Insgesamt stehe deshalb ein Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar pro Jahr im Feuer. Die Chipindustrie stellt sich derzeit auf revolutionäre Neuerungen in anderen Wirtschaftszweigen ein. Dazu gehören die Entwicklung des Mobilfunkstandards 5G, das autonome Fahren und die Verwendung von hochwertigen Computern in Haushaltsgeräten.

Qualcomm bemüht sich derzeit ebenfalls um eine Großübernahme. Der Konzern bietet 38 Milliarden Dollar für den niederländischen Wettbewerber NXP Semiconductors. Auch in diesem Fall blockieren Aktionäre des umworbenen Unternehmens den Deal in der Hoffnung, einen besseren zu erreichen.

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