June 23, 2020 / 10:27 AM / 20 days ago

USA planen weitere Atomwaffengespräche mit Russland im Sommer

U.S. special envoy Marshall Billingslea speaks to the media after a meeting with Russian deputy Foreign Minister Sergej Rybakow in Vienna, Austria June 23, 2020. REUTERS/Leonhard Foeger

Wien/Moskau (Reuters) - Die USA und Russland wollen noch im Sommer weitere Gespräche zur atomaren Abrüstung in Wien führen.

Möglicherweise Ende Juli oder Anfang August, sagte Marshall Billingslea, Sondergesandter des US-Präsidenten für Rüstungskontrolle, am Dienstag in Wien vor Journalisten. Der US-Gesandte erklärte, bei dem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen, dem stellvertretenden Außenminister Sergej Rjabkow, am Montag in Wien seien keine Entscheidungen getroffen worden. Es sei vereinbart worden, mehrere technische Arbeitsgruppen einzurichten. Ein zweites Treffen würde von ihren Fortschritten abhängen. Laut Billingslea wollen die USA, dass die nächste Vereinbarung alle Atomwaffen abdeckt, nicht nur strategische. Zudem sollte China in den Prozess eingebunden werden.

Der letzte große atomare Abrüstungsabkommen New START wurde 2010 in Prag unterzeichnet und trat 2011 in Kraft. Der Vertrag begrenzt die Zahl der stationierten strategischen Atomsprengköpfe auf 1550 und die Zahl der Trägersysteme auf 800. Sollte er nicht verlängert werden, läuft er am 5. Februar 2021 aus. Während Russland auf eine Verlängerung dringt, stellten die USA das Abkommen infrage. Sie streben eine multilaterale Vereinbarung mit Beteiligung Chinas an.

Rjabkow sagte am Dienstag, es sei unrealistisch zu erwarten, dass China an den Rüstungskontrollgesprächen zwischen Moskau und Washington teilnehmen werde, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. US-Präsident Donald Trump hatte China wiederholt aufgefordert, gemeinsam mit den USA und Russland Gespräche über ein Atomwaffen-Kontrollabkommen zu führen, um das New-START-Abkommen zu ersetzen. China, das schätzungsweise 300 Atomwaffen besitzt, hat Trumps Vorschlag wiederholt abgelehnt.

Erst im vergangenen Sommer wurde ein anderes Abrüstungsabkommen beider Länder, der INF-Vertrag, der den Bau atomarer Mittelstreckenwaffen verbietet, außer Kraft gesetzt. Nach dem Kollaps dieses Abkommens ist New START der letzte verbleibende Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland. Wird der Vertrag nicht verlängert oder kein neues Abkommen geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten keinen Vertrag mehr, der dem Lagerbestand an strategischen Atomwaffen Grenzen setzt.

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