March 29, 2018 / 5:41 PM / 7 months ago

Russland schließt US-Konsulat und weist Diplomaten aus

Moskau (Reuters) - In der Affäre um den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal setzt Russland auf Vergeltung.

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov attends a news conference after a meeting with U.N. special envoy on Syria Staffan de Mistura in Moscow, Russia March 29, 2018. REUTERS/Sergei Karpukhin

Außenminister Sergej Lawrow kündigte am Donnerstag die Ausweisung westlicher Diplomaten und die Schließung des US-Konsulates in St. Petersburg an. Zudem werde der amerikanische Gesandte einbestellt.

Westliche Staaten wie die USA, Großbritannien, Deutschland oder Frankreich machen die Regierung von Präsident Wladimir Putin für den Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten in Südengland verantwortlich und haben insgesamt etwa 130 Russen ausgewiesen. Die USA schlossen zudem das russische Generalkonsulat in der Westküstenstadt Seattle. Russland hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Unterdessen ist die schwer verletzte Tochter Skripals nach Klinikangaben auf dem Weg der Besserung. Ihr Vater befinde sich noch immer in einem kritischen Zustand.

Die russische Antwort auf die westlichen Strafmaßnahmen ließen vergleichsweise lange auf sich warten. Seit dem Wochenende hatte eine Brandkatastrophe in der sibirischen Stadt Kemerowo die russische Öffentlichkeit beherrscht, wo am Sonntag 64 Menschen ums Leben kamen. Nun kündigte Russland an, dass 60 US-Diplomaten das Land bis Donnerstag kommender Woche verlassen haben müssen. Darunter sind 58 Diplomaten in Moskau und zwei Konsulatsmitarbeiter in Jekaterinburg.

Der britische Außenminister Boris Johnson sagte, die Regierung in Moskau habe die internationale Reaktion auf den Anschlag unterschätzt. Inzwischen hätten 27 Länder russische Diplomaten ausgewiesen. “Diese Maßnahmen zeigen, dass wir nach Jahren der Ärgernisse und Provokationen einen Punkt erreicht haben, wo die gemeinsame Geduld am Ende ist und Länder in aller Welt bereit sind zu sagen: Genug ist genug.” Russland hatte mit Vergeltung gedroht, aber zunächst keine konkreten Maßnahmen genannt. Die russische Regierung warf Großbritannien am Donnerstag zudem vor, sich nicht an internationales Recht halten, Informationen zu Skripals Tochter verwehrt würden. Sie hat die russische Staatsbürgerschaft.

Den Ermittlungen zufolge wurden Sergej und Julia Skripal an ihrer Haustür in der Stadt Salisbury vergiftet. Spezialisten hätten dort die höchste Konzentration des Nervengiftes gefunden, erklärte die Polizei. Nach britischen Angaben handelt es sich um eine Substanz, die zum Ende des Kalten Krieges in der Sowjetunion entwickelt wurde.

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