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Twitter legt 200 Nutzerkonten mit Russland-Verbindungen still
29. September 2017 / 06:04 / vor 18 Tagen

Twitter legt 200 Nutzerkonten mit Russland-Verbindungen still

The Twitter website logon page is seen on a iPad screen in this illustration photo taken in Bordeaux, France, February 1, 2017. REUTERS/Regis Duvignau - RC18977AE2D0

Washington/San Francisco (Reuters) - Nach der mutmaßlichen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch Russland sind Twitter und Facebook voraussichtlich weiter Gegenstand von Nachforschungen im Kongress.

Der Kurznachrichtendienst Twitter erklärte am Donnerstag, er habe 200 Nutzerkonten mit Verbindungen zu Russland abgeschaltet. Der Auftritt von Firmenvertretern im Geheimdienstausschuss des Senates sorgte allerdings für Kritik. Der demokratische Abgeordnete Mark Warner sagte, die Twitter-Mitarbeiter hätten viele Fragen mit Russland-Bezug nicht beantwortet. Die Erklärungen seien sehr enttäuschend.

Politiker von Demokraten und Republikanern vermuten, dass Russland im vergangenen Jahr soziale Netze missbrauchte, um Propaganda zu verbreiten und die Wahl zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen. Die Regierung in Moskau hat dies stets zurückgewiesen. Trump hat erklärt, es habe keine Geheimabsprachen zwischen Russland und seinem Wahlkampfteam gegeben. Die Affäre wird unter anderem in mehreren Kongressausschüssen aufgearbeitet, wo bereits Vertreter von Facebook ausgesagt haben.

Warner kritisierte, das Twitter-Team verstehe nicht, wie ernst das Problem sei. Er warf dem Unternehmen etwa vor, nur solche Nutzerkonten auf Missbrauch zu untersuchen, die Verbindungen zu gefälschten Profilen auf Facebook haben. Twitter selbst reagierte nicht auf die Kritik.

Das Unternehmen steht schon länger in der Kritik, nicht streng genug gegen Missbrauch vorzugehen. So erlaubt Twitter anonyme Nutzerkonten und den Einsatz sogenannter Bots, die automatisch Botschaften absetzen. Das Unternehmen versprach allerdings nun, die Maßnahmen gegen mutmaßliche Spam-Accounts zu verschärfen. Zudem sollen wie bei Facebook die Regeln für politische Werbung überarbeitet werden. Nach Angaben des Unternehmens gab etwa die kremlnahe Mediengruppe Russia Today 274.100 Dollar für Twitter-Werbung aus.

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