August 23, 2018 / 8:42 AM / 2 months ago

Südafrika wirft Trump Schüren rassistischer Ressentiments vor

Johannesburg/Washington (Reuters) - Die südafrikanische Regierung wirft US-Präsident Donald Trump vor, mit einem Tweet über geplante Reformen der Landwirtschaft rassistische Ressentiments zu schüren.

U.S. President Donald Trump departs after awarding a Medal of Honor posthumously to Air Force Technical Sergeant John A. Chapman in the East Room at the White House in Washington, U.S., August 22, 2018. REUTERS/Leah Millis

Südafrika weise das “begrenzte Verständnis” von Trump zurück, hieß es am Donnerstag in einem offiziellen Tweet der Regierung in Pretoria. Die Kurzbotschaft des US-Präsidenten solle die Nation spalten und erinnere an die koloniale Vergangenheit. Außenministerin Lindiwe Sisulu kündigte an, mit ihrem US-Kollegen Mike Pompeo über den Trump-Tweet zu sprechen. Die diplomatischen Verstimmungen schlugen sofort auf die südafrikanische Währung durch: Der Rand gab in der Nacht zum Donnerstag 1,5 Prozent zum Dollar nach.

Trump hatte am Mittwoch getwittert here: "Ich habe Außenminister Pompeo aufgefordert, die Beschlagnahmungen und Zwangsenteignungen von Ländereien und Farmen sowie die vielfachen Tötungen von Farmern genau zu untersuchen." Eine Regierungssprecherin in Pretoria sagte an, die US-Botschaft werde gebeten, die Äußerungen des Präsidenten zu erläutern. Trotz der Verärgerung zeigte sich die Regierung aber bemüht, kein Zerwürfnis mit den USA aufkommen zu lassen. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern werde von dem Tweet nicht betroffen, teilte Kommunikationsministerin Nomvula Mokonyane mit. Von der US-Regierung war zunächst keine Stellungnahme zu der Kritik aus Südafrika zu erhalten.

TRUMP SCHRIEB TWEET OFFENBAR NACH BERICHT VON FOX NEWS

Auslöser des Tweets von Trump war anscheinend ein Bericht des Senders Fox News, der sich mit der Frage der Landverteilung und Morden an weißen Farmern befasste. Südafrikas Außenministerin erklärte, Trumps Tweet fuße auf falschen Informationen. Im vergangenen Jahr wurden in Südafrika 47 Farmer getötet. Dies ist die niedrigste Zahl seit 20 Jahren. In Südafrika sind Gewaltverbrechen generell ein großes Problem.

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hatte Anfang August angekündigt, die regierende Partei ANC werde Pläne für eine Verfassungsreform vorantreiben, mit der Enteignungen ohne Kompensation ermöglicht werden sollen. In Südafrika sind auch zwei Jahrzehnte nach dem Ende des rassistischen Apartheid-Regimes die meisten Landgüter in den Händen von Weißen. Die Regierung ist bestrebt, dieses Ungleichgewicht zu ändern.

Bislang hat der ANC versucht, die ungleiche Landverteilung mit freiwilligen Methoden zu ändern. Dabei wurde weißen Farmern ihr Land abgekauft, das dann an schwarze Landwirte weitergegeben wurde. Allerdings änderte dies wenig an den Verhältnissen und viele Südafrikaner glauben, der Prozess müsse beschleunigt werden. Vor einigen Wochen war eine Delegation von AfriForum, ein Zusammenschluss weißer Landwirte, in die USA gereist, um im Senat und bei US-Politikern für die eigene Sache zu werben.

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