August 6, 2012 / 5:58 AM / 7 years ago

US-Behörden: Schießerei in Sikh-Tempel war Terrorangriff

A distraught women is helped to a car outside of the Sikh temple in Oak Creek, Wisconsin August 5, 2012. A shooting during Sunday services at the temple left at least seven people dead, including a gunman, and at least three critically wounded, police and hospital officials said. REUTERS/Tom Lynn (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW)

Oak Creek (Reuters) - Bei einem Angriff eines bewaffneten Mannes auf einen Sikh-Tempel im US-Bundesstaat Wisconsin sind am Sonntag sieben Menschen getötet worden, darunter der Schütze.

Die Polizei stufte die Schießerei in Oak Creek, einem Vorort von Milwaukee, als einen Fall von Inlandsterrorismus ein. Der Polizeichef der Stadt, John Edwards, gab zunächst keine Einzelheiten zu dem Schützen bekannt. Mitglieder der Glaubensgemeinschaft sprachen von einem weißen Mann, der die Küche des Komplexes betreten und das Feuer eröffnet habe. Präsident Barack Obama zeigte sich in einer ersten Reaktion tief betroffen. Es ist der zweite derartige Vorfall mit zahlreichen Toten innerhalb weniger Tage in den USA.

Edwards zufolge wurde ein herbeigeeilter Polizist von mehreren Schüssen getroffen. Ein Kollege habe den Angreifer dann erschossen. Der verletzte Beamte sei außer Lebensgefahr. “Wir gehen von einem heimischen Terror-Vorfall aus”, sagte der Polizeichef. Auch die Bundespolizei FBI sei an den Ermittlungen beteiligt. Erste Berichte über einen zweiten Schützen wies Edwards zurück. Bei Schießereien seien derartige Zeugenangaben üblich, sagte er. Trotzdem werde die Umgebung abgesucht. Die indische Botschaft in Washington teilte mit, ein Vertreter sei nach Wisconsin entsandt worden.

Die Sikh-Religion ist mit mehr als 30 Millionen Anhängern die fünfgrößte der Welt. Der monotheistische Glaube hat seinen Ursprung in Indien. In den USA leben schätzungsweise 500.000 Sikhs, die wegen ihrer Turbane und Bärte manchmal mit Muslimen verwechselt werden. Im September 2001 wurde im Bundesstaat Arizona ein Sikh von einem Mann erschossen, der nach eigenen Angaben Rache für die Anschläge der radikal-islamischen Al-Kaida üben wollte. Der Direktor der Bürgerrechtsgruppe Sikh Coalition, Sapreet Kaur, berichtete am Sonntag von mehreren Angriffen auf Sikhs im vergangenen Jahr. Im jüngsten Fall gehe man daher zunächst von einem ähnlichen Hintergrund aus.

Vor etwa zwei Wochen stürmte ein Mann ein Kino im Bundesstaat Colorado und erschoss zwölf Menschen. Während in der Presse nach dem Angriff über strengere Waffengesetze diskutiert wurde, gab es weder breit angelegte politische Vorstöße noch größere Gesetzesänderungen.

Studien zufolge haben Amokläufe in den USA kaum Auswirkungen auf die öffentliche Meinung. Einer Erhebung des Pew Research Center vom Juli zufolge waren nach dem Massaker in Colorado zwar 47 Prozent der Amerikaner für strengere Waffengesetze. 46 Prozent der Befragten fanden es jedoch wichtiger, das Recht des Bürgers auf den Besitz einer Schusswaffe zu schützen. Die Zahlen waren im Vergleich zu einer Studie im April kaum verändert. Zwei Drittel der Befragten bewerteten im Juli Amokläufe als isolierte Vorfälle, die von gestörten Einzelpersonen verübt werden.

- von Brendan O’Brian

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