January 6, 2010 / 6:27 AM / 10 years ago

Obama: Attentatsversuch hätte verhindert werden können

US-Präsident Barack Obama auf dem Weg zum Rednerpult im Weissen Haus in Washington am 5. Januar 2010. REUTERS/Kevin Lamarque

Washington (Reuters) - US-Präsident Barack Obama hat den Geheimdiensten Versagen im Vorfeld des Attentatsversuchs auf ein US-Passagierflugzeug vorgeworfen.

Es hätten genügend Informationen vorgelegen, um die Anschlagspläne bereits im Vorfeld aufzudecken, kritisierte Obama am Dienstag nach einem zweistündigen Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam. Die Hinweise seien aber nicht zu einem Gesamtbild zusammengefügt worden. Dem Präsidialamt zufolge ging Obama mit den mehr als zwei Dutzend Geheimdienst- und Sicherheitschefs hart ins Gericht. “Dies war ein Versagen, das im Desaster hätte enden können”, sagte er demnach bei dem Treffen. “Es wurde durch mutige Einzelpersonen verhindert und nicht, weil das System funktioniert hat, und das ist nicht akzeptabel.”

Der 23-jährige Umar Farouk Abdulmutallab soll an Weihnachten versucht haben, in seine Kleidung eingenähten Sprengstoff auf einem Transatlantikflug kurz vor der Landung in Detroit zu zünden. Er wurde jedoch von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt. Der Nigerianer hatte eigenen Angaben zufolge Ausbildung und Sprengsatz von einem Ableger der Al-Kaida im Jemen erhalten. Abdulmutallabs Name stand zwar in einer US-Datensammlung von rund 550.000 Personen mit mutmaßlichen Verbindungen zum Terrorismus. Zusätzliche

Sicherheitskontrollen oder ein Flugverbot waren jedoch nicht für ihn vorgesehen, da US-Geheimdienste und Verteidigungsministerium die vorliegenden Informationen über ihn offenbar nicht zusammenfügten.

Obama versprach daher nun Änderungen im Umgang mit den in die Kritik geratenen Listen von Terrorismus-Verdächtigen. “Wir müssen und werden es besser machen”, betonte der Präsident. Er wolle noch in dieser Woche Aufklärung darüber, was falsch gelaufen sei, und wie man dies künftig ändern könne. Es müssten umgehend entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal passieren könne.

Obama war erst am Montag von seinem elftägigen Urlaub auf Hawaii zurückgekehrt. Dort hatte er sich nach massiver Kritik wegen seiner anfänglichen Zurückhaltung bereits mehrfach zu dem Anschlagsversuch geäußert. Die Republikaner haben dem Präsidenten Schwäche und Versäumnisse in der Sicherheitspolitik vorgeworfen.

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