August 16, 2019 / 5:31 AM / 4 days ago

Japan löst China als größten US-Gläubiger ab

U.S. Secretary of Defense Mark Esper and Japanese Defense Minister Takeshi Iwaya bow to national flags as they inspect an honor guard ahead of their meeting at the Ministry of Defense in Tokyo, Japan August 7, 2019. Eugene Hoshiko/Pool via Reuters

New York (Reuters) - Japan hat China als größten Gläubiger der USA abgelöst.

Im Juni besaß Japan amerikanische Staatsanleihen im Volumen von 1,122 Billionen Dollar, wie aus den am Donnerstagabend veröffentlichten Daten des Finanzministeriums in Washington hervorgeht. Die von China gehaltenen Papiere hatten einen Wert von 1,112 Billionen Dollar. Beide Fernost-Länder weiteten ihren Bestand aus. China überrundete Japan als größten Gläubiger der USA erstmals im September 2008, 2017 lag zwischenzeitlich Japan wieder vorn. Der größte Teil der Schulden wird allerdings von Amerikanern selbst gehalten - etwa von Bundesstaaten und Kommunen, der Zentralbank, Pensionsfonds sowie anderen institutionellen und privaten Anlegern.

Exportweltmeister China legt ebenso wie Japan einen großen Teil seiner Handelsüberschüsse in US-Staatsanleihen an, die bei Investoren als sicherer Hafen gelten. Mit 3,1 Billionen Dollar besitzt die Volksrepublik die weltweit größten Devisenreserven. Wegen des Handelskonfliktes mit den USA war immer mal wieder darüber spekuliert worden, dass die Führung in Peking einen Teil der US-Staatsanleihen auf den Markt werfen und so die Vereinigten Staaten unter Druck setzen könnte. Das könnte die US-Zinsen in die Höhe treiben und das Schuldenmachen für die US-Regierung verteuern. Allerdings würde sich China damit auch selbst schaden, denn der Wert der im Bestand verbleibenden Papiere würde erheblich verlieren.

Der Wert aller US-Schuldtitel, die vom Ausland gehalten werden, erhöhte sich zur Jahresmitte auf 6,636 Billionen Dollar von 6,539 Billionen Dollar im Mai. Damit waren die US-Bonds weiter als sicherer Hafen gefragt. “Der allgemein niedrig und negativ verzinsliche Markt für Staatsanleihen macht Treasuries vergleichsweise attraktiver als europäische und japanische Anleihen”, sagte Analyst Benjamin Jeffery vom Finanzhaus BMO Capital Markets in New York. So liegt der Zins für die zehnjährige deutsche Bundesanleihe derzeit bei minus 0,7 Prozent, während die entsprechende US-Staatsanleihe rund 1,5 Prozent an Zinsen abwirft.

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