January 4, 2018 / 10:12 AM / 10 months ago

Türkei kritisiert Schuldspruch von Banker in USA scharf

New York (Reuters) - Die Türkei hat den Schuldspruch für einen türkischen Banker in den USA in einem diplomatisch brisanten Prozess als beispiellose Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten kritisiert.

Turkey's Halkbank headquarters are seen in Ankara December 17, 2013. Turkish financial police searched the headquarters of state-run lender Halkbank on Tuesday, sources familiar with the matter said, sending its shares down as much as five percent. Halkbank officials could not immediately be reached for comment. Police earlier detained 18 people including well-known businessmen in an investigation into alleged bribery linked to public tenders, Turkish media reported. REUTERS/Umit Bektas (TURKEY - Tags: POLITICS BUSINESS CRIME LAW)

Das Gericht habe sich auf “sogenannte Beweise” gestützt, die gefälscht und politisch beeinflusst seien, erklärte das türkische Außenministerium am Donnerstag. Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag sagte, der Schuldspruch habe die Beziehungen seines Landes mit den USA ernsthaft beschädigt und könnte negative Auswirkungen für alle zukünftigen Transaktionen haben. Bei Twitter schrieb er, die Entscheidung sei ein Beweis dafür, dass die USA, der US-Geheimdienst CIA und die US-Bundespolizei FBI mit dem Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen zusammenarbeiteten. Dem in den USA im Exil lebenden Gülen wirft die Türkei vor, der Drahtzieher des Putschversuchs im Juli 2016 zu sein.

Die Jury des New Yorker Bundesgerichts hatte Mehmet Hakan Atilla, Manager bei der staatseigenen türkischen Halkbank, wegen Beihilfe zur Umgehung amerikanischer Iran-Sanktionen schuldig gesprochen. Die Jury befand den Manager am Mittwoch in fünf von sechs Anklagepunkten für überführt, darunter Bankbetrug und Verschwörung. Die Staatsanwaltschaft hatte Atilla vorgeworfen, zusammen mit dem Goldhändler Reza Zarrab dem Iran dabei geholfen zu haben, die US-Sanktionen zu umgehen. Während des Prozesses hatte Zarrab ausgesagt, dass türkische Regierungsvertreter bestochen worden seien und dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dem Komplott zugestimmt habe.

Die Halkbank erklärte, Atilla habe das Recht, das Urteil anzufechten. Sie selbst sei nicht Partei in dem Verfahren gewesen. Das Institut hatte Fehlverhalten zurückgewiesen und erklärt, ihre Geschäfte stünden in Einklang mit örtlichen und internationalen Vorschriften.

Das Verfahren belastet die Beziehungen der beiden Nato-Partner von Anfang an. Bereits die Verhaftung Atillas hatte die türkische Regierung als “komplett politisch” motiviert kritisiert.

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