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Weltnachrichten

Trump und Ehefrau Melania positiv auf Corona getestet

Washington (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat sich nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert.

U.S. President Donald Trump waves next to first lady Melania Trump as they arrive for his first 2020 election debate with Democratic presidential nominee Joe Biden at Cleveland Hopkins International Airport in Cleveland, Ohio, U.S., September 29, 2020. REUTERS/Carlos Barria

Er und seine Frau Melania seien positiv getestet worden, teilte er in der Nacht zum Freitag auf Twitter here mit. Das Paar werde sich umgehend in Quarantäne begeben und mit dem Genesungsprozess beginnen. "Wir werden das zusammen überstehen." Zuvor hatte Trump mitgeteilt, dass seine Spitzenberaterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet worden sei. Die Nachricht von Trumps Positiv-Test lastete auf den Finanzmärkten. Der Präsident befindet sich in der heißen Phase des Wahlkampfs vor der Abstimmung am 3. November. Staats- und Regierungschefs weltweit wünschten dem 74-Jährigen und seiner 50 Jahre alten Frau schnelle Genesung.

Der Präsident wird regelmäßig auf das Virus getestet. In seinem Alter gehört er naturgemäß zur Risikogruppe. Zudem gilt er als übergewichtig. In seiner Amtszeit sind bislang zwar keine gesundheitlichen Probleme bekannt, aber Trump ist nicht bekannt dafür, sich körperlich fit zu halten oder eine gesunde Diät einzuhalten. In den vergangenen Wochen hat er Auftritte mit mehreren Tausenden Menschen absolviert, obwohl Experten von Menschenansammlungen abraten. Trump neigt ferner dazu, ungeachtet der Expertenwarnungen in der Öffentlichkeit keine Maske zu tragen.

Trumps Arzt Sean Conley sagte, er erwarte, dass der Präsident seine Amtsgeschäfte “ohne Unterbrechung” weiterführen könne. “Der Präsident und die First Lady fühlen sich derzeit gut, sie planen während ihrer Rekonvaleszenz zu Hause im Weißen Haus zu bleiben”, erklärte Conley in einer Mitteilung an die Presse. Die USA sind weltweit am stärksten betroffen von dem Virus. Am Donnerstag hatte Trump noch vorhergesagt, das Ende der Pandemie sei in Sicht. In den USA sind nach einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters mehr als 7,3 Millionen Fälle bestätigt. Mehr als 207.900 Menschen starben, die positiv getestet wurden.

Medienberichten zufolge war Trumps Beraterin Hicks am Dienstag mit ihm in der Präsidentenmaschine Air Force One nach Cleveland zum ersten TV-Duell gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gereist. Trumps Positiv-Test rund einen Monat vor der Abstimmung dürfte deutliche Auswirkungen auf den Wahlkampf haben. In einem neuen Tagesplan des Präsidialamts für Freitag fehlte eine ursprünglich vorgesehene Reise nach Florida. Am 15. Oktober soll die zweite von drei geplanten Fernsehdebatten gegen Biden stattfinden. Trump liegt in Umfragen hinter dem Demokraten, in vielen US-Bundesstaaten wird jetzt bereits abgestimmt.

“DENKBAR UNGÜNSTIGE ZEIT”

An den Finanzmärkten sorgte der positive Corona-Test Trumps weltweit für Unruhe. Anleger brachten ihr Geld in Sicherheit, trennten sich am Freitag von Aktien und griffen zu Gold und Staatsanleihen. Vier Wochen vor der US-Präsidentenwahl befürchten Investoren, dass die Unsicherheit zunimmt. “Trumps Ansteckung mit dem Coronavirus wirft in einer heiklen Phase des Wahlkampfes zu viele offene Fragen auf”, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. “Die Corona-Erkrankung kommt für den US-Präsidenten zu einer denkbar ungünstigen Zeit”, sagte auch Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank. “Sollte Donald Trump einen schwierigen Krankheitsverlauf erleiden, ist die Glaubwürdigkeit des Präsidenten endgültig beschädigt.”

Die staatliche chinesische Zeitung “China Daily” nannte Trumps positiven Test eine weitere Erinnerung daran, dass sich das Virus ausbreite “selbst während Trump verzweifelt versucht hat zu suggerieren, dass es keine Gefahr mehr darstellt”. Trump, sein Wahlkampfteam und das US-Präsidialamt hätten von Anfang an “die Gefahr heruntergespielt und sich geweigert, die grundsätzlichen öffentlichen Gesundheitsrichtlinien zu befolgen”, hieß es in dem englischsprachigen Blatt weiter.

Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal erklärte, dass das Virus niemanden verschone - “einschließlich diejenigen, die sich skeptisch gezeigt haben”. Er wünsche Trump eine schnelle Genesung. Der britische Premierminister Boris Johnson wünschte Trump und der First Lady alles Gute. Er hoffe, dass sich beide schnell erholen, sagte Johnson, der selbst mit dem Virus infiziert war und mit Covid-19 mehrere Tage auf der Intensivstation lag. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin wünschte Trump eine schnelle Genesung, wie der Kreml erklärte. Zugleich kündigte das Präsidialamt an, dass sich Putin gegen das Coronavirus impfen lassen werde. Russland hat nach eigenen Angaben bereits einen wirksamen Impfstoff entwickelt, was von internationalen Experten allerdings angezweifelt wird.

Auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyeusus, sandte seine “besten Wünsche” an Trump und dessen Frau Melania. Zudem hoffe er auf “eine vollständige und schnelle Genesung”, twitterte Ghebreyeusus. Trump hat die WHO mehrfach für deren Umgang mit der Pandemie kritisiert. Zudem droht er damit, dass die USA die in Genf sitzende Organisation verlassen und sämtliche finanzielle Unterstützung streichen werde, weil die WHO zu enge Beziehungen zu China unterhalte.

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