January 25, 2018 / 12:54 PM / 4 months ago

Alle Blicke auf Trump - Streit über Handel

Davos (Reuters) - Inmitten des Streits über US-Schutzzölle wird mit Donald Trump erstmals seit fast zwanzig Jahren ein amerikanischer Präsident in Davos auftreten.

People watch as a helicopter carrying U.S. President Donald Trump lands at Intercontinental Davos landing zone in Davos, Switzerland January 25, 2018. REUTERS/Carlos Barria

Vor der mit Spannung erwarteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum am Freitag waren Gespräche mit Top-Managern und Spitzenpolitikern geplant - darunter die Premierministerin des EU-Austrittskandidaten Großbritannien, Theresa May. Trump hatte das Globalisierungsforum in der Schweiz als Unternehmer stets gemieden. Nun dürfte er die Gelegenheit nutzen, um seine “America First”-Linie vor der versammelten Weltelite aus Politik und Hochfinanz zu verteidigen. Bereits vor der Ankunft twitterte er am Donnerstag, seine Politik tue der US-Wirtschaft gut: “Unser Land ist endlich wieder ein Gewinner.”

Mit seiner Abschottungspolitik in Handelsfragen eckt er aber international zusehends an: Südkorea wandte sich wegen der jüngsten US-Schutzzölle auf Waschmaschinen an die Welthandelsorganisation (WTO). Das Land gehe davon aus, dass diese Zölle nicht in Einklang mit den Verpflichtungen der USA im Rahmen internationaler Vereinbarungen stünden, heißt es in einem Schreiben an die WTO. Trump hatte jüngst auch Einfuhrhürden für Solaranlagen angekündigt. Dies stieß insbesondere in den Exportnationen Südkorea und China auf Kritik. Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan erklärte, er sei inzwischen wegen eines Handelskrieges stärker besorgt als wegen eines möglichen Währungskrieges.

US-Handelsminister Wilbur Ross hält die WTO als “Schiedsrichterin” im Welthandel zwar für notwendig. Dies bedeute jedoch nicht, dass die USA mit allem im derzeitigen System einverstanden seien. Den USA gehe es um Chancengleichheit. Sie wollten keinen Handelskrieg anzetteln. Zugleich bezeichnete er China bei High-Tech-Gütern in Davos als “direkte Bedrohung”.

AUF EMPFEHLUNG MACRONS

Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem Weltwirtschaftsforum vor Isolationismus und Abschottung gewarnt. Macron sagte dem Sender RTS, er habe Trump “sehr stark empfohlen”, das Globalisierungstreffen in den Schweizer Bergen entgegen seiner bisherigen Gewohnheit dieses Jahr zu besuchen. Die Bühne von Davos sei ein ideales Forum für Trump, um die Strategie für die USA und die Welt zu erläutern: “Und ich habe ihm gesagt, dass er dabei auf eine gewisse Art von Konfrontation und Dialog stoßen wird”, fügte der französische Präsident hinzu. Vor Trump, der am späten Vormittag per Hubschrauber in dem Schweizer Bergort eintraf, hatte sich lange kein amtierender US-Staatschef in Davos blicken lassen: Der letzte war Bill Clinton im Jahr 2000.

IWF-Chefin Christine Lagarde warnte in Davos vor Handelshemmnissen. Jede Maßnahme, die den Handel dämpfe, würde auch das Wachstum bremsen, sagt sie. Zugleich fordert sie faire Regeln für den internationalen Handel. “Amerika zuerst heißt nicht Amerika allein”, sagte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn, der den Präsidenten nach Davos begleitet. Wenn die amerikanische Wirtschaft wachse, wachse auch die Weltwirtschaft, und umgekehrt. “Wir sind ein Teil dessen, wir sind Teil der Weltwirtschaft. Und das ist auch die Haltung des Präsidenten”, sagte Cohn. Trump, wird am Donnerstagabend ein Essen für europäische Manager ausrichten - darunter auch SAP-Chef Bill McDermott.

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