July 5, 2018 / 5:24 AM / 4 months ago

Iran kämpft im Konflikt mit USA um sein Ölgeschäft

U.S. President Donald Trump delivers remarks at a "Salute to Service" dinner held in honor of the nation's military at The Greenbrier in White Sulphur Springs, West Virginia, U.S., July 3, 2018. REUTERS/Leah Millis

London (Reuters) - Im Atomstreit mit den USA ringt der Iran fieberhaft um sein Ölgeschäft.

Der iranische Opec-Gouverneur Hossein Kasempur Ardebili warf US-Präsident Donald Trump am Donnerstag vor, mit Äußerungen über den Kurznachrichtendienst Twitter den Ölpreis in die Höhe getrieben zu habe. Allein das habe den wichtigen Rohstoff um zehn Dollar je Barrel (159 Liter) verteuert. “Bitte hören Sie mit dieser Methode auf”, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Shana. Ein Kommandeur der Revolutionsgarden drohte mit einer Blockade der für das Ölgeschäft wichtigen Straße von Hormus. Trump hatte zuvor die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) für die steigenden Benzinpreise verantwortlich gemacht und zum Gegensteuern aufgefordert.

“Das Opec-Monopol muss sich daran erinnern, dass die Benzinpreise steigen und es wenig tut, um zu helfen”, schrieb Trump auf Twitter. “Wenn überhaupt, dann treiben sie die Preise in die Höhe, während die Vereinigten Staaten viele der Mitglieder für sehr wenig Geld verteidigen”, unterstrich er und forderte: “Jetzt die Preise reduzieren!” Am Ölmarkt bewegten sich die Preise kaum: Nordseeöl verbilligte sich ein bisschen, US-Leichtöl verteuerte sich etwas.

Steigende Benzinpreise könnten dem Republikaner Trump vor den Kongresswahlen im November Kopfzerbrechen bereiten. Er will mit seinen Steuersenkungen und der Rücknahme von Regulierungen die US-Wirtschaft ankurbeln. Höhere Ölpreise könnten den Aufschwung aber dämpfen, da sie Haushalte und Unternehmen viel Geld kosten. Trump hatte deshalb das Kartell in diesem Jahr wegen der Ölpreise bereits mehrfach an den Pranger gestellt.

“Dass es Trump selbst ist, der durch seine Iran-Politik die Preise steigen lässt, kommt dem US-Präsidenten nicht in den Sinn”, konstatierten die Fachleute der Commerzbank. Der US-Präsident hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und Sanktionen gegen die Islamische Republik wieder in Kraft gesetzt. Das betrifft auch das Ölgeschäft. Sollte es Trump gelingen, die gesamten Ölausfuhren des Iran zu stoppen, fehlten dem Markt täglich bis zu 2,5 Millionen Barrel, hieß es in der Analystenstudie. Die freien Kapazitäten der Opec reichten zwar gerade aus, um diese Ausfälle abzufedern, aber nicht bei zusätzlichen Störungen des Marktes. “Vielleicht sollte einer seiner Berater dem US-Präsidenten diesen Zusammenhang erklären.”

Am Freitag treffen sich die fünf verbliebenen Unterzeichner des Atomabkommens zu Beratungen mit Vertretern des Iran in Wien. Kasempur Ardebili rief die USA auf, ebenfalls an der Konferenz teilzunehmen. Bei den Gesprächen geht es darum, wie das Atomabkommen auch nach dem Austritt der USA am Leben erhalten werden kann.

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