February 22, 2018 / 5:50 AM / 10 months ago

Trump schlägt Bewaffnung von Lehrern vor

Marjory Stoneman Douglas High School shooting surviving students Jonathan Blank (L) and Julia Cordover (C) listen to U.S. President Donald Trump speak during a listening session with high school students and teachers to discuss school safety and guns at the White House in Washington, U.S., February 21, 2018 REUTERS/Jonathan Ernst

Washington/Tallahassee (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag seinen Vorschlag zur Bewaffnung von Lehrern als Mittel gegen Amokläufe an Schulen bekräftigt und konkretisiert.

Lehrer, die im Umgang mit Waffen versiert seien, könnten einen Amoklauf sofort beenden, noch bevor die Polizei eintreffe, erklärte Trump am Donnerstag per Twitter. Wenn militärisch oder speziell ausgebildete Lehrer Waffen trügen, würde dies auch abschreckend auf potenzielle Angreifer wirken. “Eine ‘waffenfreie’ Schule ist ein Magnet für böse Leute”, schrieb Trump. Außerdem wolle er sich dafür starkmachen, dass Waffenkäufer besser überprüft würden, insbesondere hinsichtlich psychischer Erkrankungen, und dass das Mindestalter für Waffenkäufe angehoben werde.

Den Vorschlag, Lehrer zu bewaffnen, hatte Trump am Mittwoch bei einem Treffen im Weißen Haus vorgebracht, an dem auch Überlebende des Amoklaufes teilnahmen. Er räumte zugleich ein, dass dieser Vorschlag umstritten sei. Einige Teilnehmer des Treffens zeigten Unterstützung. Andere widersprachen der Idee, die auch vom Waffenlobby-Verband NRA vertreten wird.

In seinen Twitter-Nachrichten warf Trump den Medien vor, seinen Vorschlag falsch dargestellt zu haben. Er wolle nicht die Bewaffnung aller Lehrer. Lediglich jene, die versiert und ausgebildet seien im Umgang mit Schusswaffen sollten diese an Schulen verdeckt tragen. Das betreffe etwa 20 Prozent der Lehrer, “nur die Besten”.

VOR ALLEM JUNGE LEUTE FORDERN STRENGERE WAFFENGESETZE

Bei dem Amoklauf in Parkland in Florida tötete den Ermittlungen zufolge ein 19-Jähriger insgesamt 17 Schüler und Lehrer. Der ehemalige Schüler Nikolas Cruz schoss demnach mit einem halbautomatischen Gewehr von Typ AR-15 um sich. Die Tat hat vor allem unter Jugendlichen zu einem Aufschrei und Forderungen nach schärferen Waffengesetzen geführt. Cruz habe die Waffe gekauft, noch bevor er Alkohol habe erwerben dürfen, sagte der Schüler Laurenzo Prado unter Hinweis auf die Rechtslage in Florida. Viele Schüler protestierten in Floridas Hauptstadt Tallahassee. Einige Abgeordnete in dem Bundesstaat erklärten, sie würden eine Anhebung des Mindestalters auf 21 Jahre wie beim Alkoholkauf erwägen. Der Senat von Florida entschied sich aber am Mittwoch, das Waffenrecht nicht zu verschärfen. Am 24. März ist eine Großdemonstration in Washington geplant.

Bei dem Treffen im Weißen Haus hörte Trump aufmerksam den Argumenten der rund 40 Eingeladenen zu, von denen viele Amokläufe überlebt haben. Offenkundig wollte Trump deutlich machen, dass er deren Sorgen ernst nehme. Auf seinem handgeschriebenen Notizzettel mit Fragen stand unter anderem: “Was ist das Wichtigste, das ich über das wissen muss, was Ihr erlebt habt?” Und zuletzt: “Ich höre Euch zu.” Ein Foto des Zettels zeigte Trumps Notizen.

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