February 21, 2018 / 5:49 AM / 4 months ago

Trump erwägt schärfere Waffengesetze vor Treffen mit Überlebenden

Washington/Tallahassee (Reuters) - Kurz vor einem Treffen von Donald Trump mit Überlebenden von Schul-Massakern signalisiert der US-Präsident Bereitschaft zur Verschärfung der Waffengesetze.

A bump fire stock that attaches to a semi-automatic rifle to increase the firing rate is seen at Good Guys Gun Shop in Orem, Utah, U.S., October 4, 2017. REUTERS/George Frey

Er habe das Justizministerium beauftragt, ein Verkaufsverbot von Vorrichtungen, durch die halbautomatische Waffen ähnlich schnell abgefeuert werden können wie automatische, auszuarbeiten, kündigte Trump am Dienstag an. Die neuen Vorschriften für “bump stocks” dürften sehr bald fertig sein. Seine Sprecherin Sarah Sanders erklärte zudem, es werde eine Anhebung des Mindestalters für den Kauf von Waffen diskutiert. Bislang liegt dieses bei 18 Jahren für Gewehre und Flinten und bei 21 für Handfeuerwaffen.

Sollten die Waffengesetze in den USA tatsächlich verschärft werden, wäre das ein Kurswechsel des Präsidenten. Trump und die Republikaner lehnen strengere Waffengesetze oder Vorschriften bislang weitestgehend ab. Entsprechende Vorstöße, meist von den Demokraten, verliefen im Sande. Erst am Dienstag lehnte das von Republikanern kontrollierte Parlament des US-Bundesstaates Florida eine Initiative für ein schärferes Waffenrecht in Anwesenheit von Überlebenden des jüngsten Amoklaufs mit 17 Toten in Parkland ab. “Ich werde erst wieder zur Schule gehen, wenn die Abgeordneten und der Präsident dieses Gesetz ändern”, sagte ein 19-Jähriger Schüler aus Parkland. Für Mittwoch ist eine Demonstration in Tallahassee, der Hauptstadt Floridas geplant. Am 24. März ist eine Großdemonstration in Washington geplant.

#ONELESS VS. #ONEMORE

Bei dem Vorfall vor einer Woche in Parkland eröffnete ein 19-Jähriger mit einem Sturmgewehr des Typs AR-15 das Feuer. Dabei kamen mehr Menschen ums Leben als bei dem Massaker an der Columbine High School in Colorado 1999, das als Inbegriff der in den USA immer wieder vorkommenden Schul-Amokläufe gilt. Mehr Menschen als nun in Florida starben bei solchen Massakern bisher nur an einer Grundschule in Newtown in Connecticut, wo 2012 20 Erstklässler und sechs Mitglieder des Lehrpersonals ums Leben kamen. Inzwischen gibt es an US-Schulen regelmäßig Übungen, um Schüler und Lehrer auf einen solchen Ernstfall vorzubereiten. Vertreter und Überlebende der drei genannten Schul-Massaker nehmen an dem Treffen mit Trump am Mittwoch im Weißen Haus teil.

“Wir können nicht einfach was tun, was uns denken lässt, dass wir was ändern. Wir müssen wirklich was ändern”, sagte Trump zu dem geplanten Verbot von Bump Stocks. Eine solche Vorrichtung hatte der Attentäter von Las Vegas benutzt. Bei dem Massaker im Oktober kamen 58 Menschen ums Leben. Auch die einflussreiche Waffenlobby NRA signalisierte, dass sie sich einem solchen Schritt nicht entgegenstellen würde.

In Teilen der Bevölkerung findet derzeit ein Umdenken statt. Unter dem Hashtag “oneless” (eine weniger) stellen viele Videos ins Internet, die zeigen, wie sie ihre halbautomatischen Waffen zerstören. “Es wird immer Menschen geben, die töten wollen und sie werden es irgendwie tun. Aber nicht mit dieser Waffe”, sagte Scott Pappalardo aus dem US-Bundesstaat New York, dessen Video seit Samstagnachmittag 360.000 Mal geteilt wurde. Er hoffe, andere würden sich ihm anschließen. Der 35-jährige Christian Cammas, der ein Foto seiner zerstörten Waffe postete, erklärte gegenüber Reuters, ihm sei klargeworden, dass das Recht eine Waffe zu besitzen, nicht so wichtig sei wie die Sicherheit der Bevölkerung. Andere bezeichneten die Videos als leere Gesten und konterten mit dem Hashtag “onemore” (eine mehr).

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