August 9, 2018 / 8:45 AM / 4 months ago

New York deckelt wegen Staus Lizenzen für Fahrdiente wie Uber

A car with an Uber logo on it drives down the street in New York, U.S., July 27, 2018. REUTERS/Lucas Jackson

Austin/San Francisco (Reuters) - Als erste US-Metropole deckelt New York die Zahl der Lizenzen für Fahrdienste wie Uber und Lyft.

Die am Mittwoch vom Stadtrat beschlossene Regelung gehört zu einem Paket von Maßnahmen, das auch einen Mindestlohn für die Fahrer vorsieht. Sie sind zunächst auf ein Jahr befristet. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, die Regelung zu unterzeichnen. “Damit stoppen wir den Zustrom von Autos, der zu den Staus beiträgt, die den Verkehr auf unseren Straßen lähmen”, sagte er. Uber und Lyft kritisierten die Maßnahmen und erklärten, diese würden die Verkehrsmisere in der Millionenstadt nicht lindern. Lyft erklärte, der geplante “drastische Einschnitt” im Verkehrssektor werde New York in Zeiten zurückwerfen, in denen es kaum möglich gewesen sei, ein Taxi zu ergattern. Besonders betroffen seien nicht-weiße Bevölkerungsschichten in den Außenbezirken der Metropole.

Die Stadt reagiert mit ihrem Fahrdienst-Gesetz auf das explosionsartige Wachstum des Angebots an Fahrdienstleistungen. Der damit verbundene immer größere Einkommensverlust stürzt traditionelle Taxi- und Lieferfahrer in zunehmenden Maße in Existenznot. Nach Angaben der Taxifahrer-Gewerkschaft begingen in den vergangenen Monaten sechs Taxifahrer deswegen Selbstmord. Die Gewerkschaft der New Yorker Taxifahrer begrüßte die Neuregelung denn auch als vorbildlich für den Rest des Landes.

Die neuen Regeln sind ein Rückschlag für die Fahrdienste, die einen beachtlichen Teil ihres Geschäfts im größten Ballungsgebiet der USA machen. Gegen die Beschränkungen hatten die Firmen in den vergangenen Wochen mit erheblichem Aufwand mobil gemacht. So hatte allein Uber fast fünf Millionen New Yorker per Mail angeschrieben und vor höheren Preisen, längeren Wartezeiten und einer geringeren Abdeckung in Randbezirken gewarnt.

In New York City - der größten und am dichtest besiedelten Stadt der USA - leben rund 8,5 Millionen Menschen, etwa so viele wie in der Schweiz. Die Zahl der Autos, die für die Fahrdienste im Einsatz sind, ist nach offiziellen Angaben in diesem Jahr auf 80.000 gestiegen nach 12.600 im Jahr 2015. Von den charakteristischen gelben Taxis sind zusätzlich etwa 14.000 im Einsatz. Die neue Regelung tritt mit der Unterschrift de Blasios in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt werden mit Ausnahme von behindertengerecht ausgestatteten Fahrzeugen für zwölf Monate keine Lizenzen ausgegeben.

Die neuen Fahrdienste sehen sich in den USA zunehmend dem Vorwurf ausgesetzt, für Staus und zähfließenden Verkehr in vielen US-Städten mitverantwortlich zu sein. Auf einer Konferenz im vergangenen Monat in Aspen kündigten die Chefs von Uber und Lyft als Gegenmaßnahme an, weniger auf Autos und mehr etwa auf den Verleih von Motorrollern zu setzen.

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