August 12, 2011 / 4:53 PM / 7 years ago

US-Verbraucher packt die Angst vor Rezession

A man stands outside a store advertising that it is going out of business in New York, July 19, 2011. REUTERS/Shannon Stapleton (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)

New York (Reuters) - Die Angst vor einem Rückfall der USA in die Rezession hat nun auch die Verbraucher erfasst: Sie blicken so skeptisch auf die Konjunktur wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr.

Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan sackte im August nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 54,9 Punkte von 63,7 Zählern im Vormonat ab. Dies ist der niedrigste Stand seit Mai 1980, als die Amerikaner ebenfalls eine konjunkturelle Durststrecke durchlebten.

Drei Viertel aller Befragten rechnen damit, dass die USA schweren Zeiten entgegengehen. Zwei Drittel der Amerikaner meinen, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtert hat. Nur jeder fünfte Befragte rechnet damit, dass sich der Wind konjunkturell in Kürze drehen wird. Die US-Börsen gaben nach den überraschend schlechten Daten einen Teil ihrer Gewinne ab. Experten hatten nicht mit einem Einbruch des Verbrauchervertrauens gerechnet. Die Herabstufung der USA durch die Ratingagentur S&P vom vorigen Freitag dürfte allenfalls den negativen Trend verstärkt haben, der bereits vorgezeichnet gewesen sei, hieß es. Fachleute verweisen darauf, dass die Skepsis im zweiten Jahr der wirtschaftlichen Erholung in den USA nun sogar tiefer sitzt als am Höhepunkt der Krise nach der Lehman-Pleite: “Offensichtlich sind viele Verbraucher zusehends davon überzeugt, dass eine neue Rezession heraufzieht”, warnte Ökonom Vimombi Nshom von IFR Economics.

EINZELHÄNDLER SPÜREN DENNOCH AUFWIND

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Michigan-Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. Die anhaltend trübe Lage auf dem Arbeitsmarkt drückt auf die Stimmung der Verbraucher, auch wenn die Einzelhändler im Juli 0,5 Prozent mehr Umsatz in den Kassen hatten als im Vormonat. Bereits im Juni hatten sie den Gesamt-Umsatz um revidiert 0,3 Prozent gesteigert. Die Daten stützten Hoffnungen, dass die US-Verbraucher wieder in Kauflaune sind. Die Schere zwischen der schlechten Stimmung und der zuletzt aufgehellten Kauflaune ist für Ökonom Stephen Stanley von Pierpont Securities kein Widerspruch: “Die Zahlen zu den Verbraucherausgaben passen nicht immer zur Stimmung der Konsumenten. Ich bezweifele zudem, dass die Lage so schlecht ist, wie der Indikator signalisiert.” Dennoch stünden die Zeichen für August nun auf Verbraucher-Zurückhaltung.

Die Konsumenten wurden offenbar auch durch die wochenlange Hängepartie und das politischen Gezerre um eine Erhöhung der Schuldenobergrenze im Kongress verunsichert. Der Streit hat zugleich das Vertrauen der Amerikaner in die politische Führung erschüttert. “Niemals zuvor in der Geschichte der Umfrage haben so viele Befragte spontan die Rolle der Regierung so negativ beurteilt”, sagte Umfragedirektor Richard Curtain. Die Regierung von Präsident Barack Obama wurde von 61 Prozent der Befragten schlecht eingeschätzt - kein Staatschef erhielt jemals zuvor eine solch schlechte Beurteilung.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below