March 18, 2020 / 6:54 AM / in 15 days

US-Demokraten scharen sich in Corona-Krise hinter Biden - Sanders vor Aus

Democratic U.S. presidential candidate and former Vice President Joe Biden speaks during the 11th Democratic candidates debate of the 2020 U.S. presidential campaign, held in CNN's Washington studios without an audience because of the global coronavirus pandemic, in Washington, U.S., March 15, 2020. REUTERS/Kevin Lamarque

Washington (Reuters) - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten bahnt sich eine baldige Entscheidung an.

Ex-US-Vizepräsident Joe Biden hat sich nach klaren Siegen bei Vorwahlen in drei weiteren Bundesstaaten deutlich von seinem Rivalen Bernie Sanders abgesetzt. Der Druck auf den Senator vom linken Parteiflügel steigt, sich geschlagen zu geben, damit die Demokraten sich ganz auf die Präsidentenwahl Anfang November und das eigentliche Duell gegen Amtsinhaber Donald Trump konzentrieren können.

Die Vorwahlen am Dienstag standen ganz im Zeichen der Coronavirus-Pandemie. Viele Wähler bewegte vor allem eine Frage: Wer kann das Land besser durch eine große Krise bringen, Biden oder Sanders? Die Antwort fiel in allen drei Staaten klar zugunsten Bidens aus. Der 77-Jährige, der für sich als moderater Kandidat der politischen Mitte wirbt, überzeugte nicht zuletzt dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Senat und anschließend als Stellvertreter von Barack Obama im Weißen Haus zwischen 2008 und 2016. Während Wähler im Alter zwischen 18 und 44 Jahren zwar nach wie vor überwiegend Sanders die Stange halten, schart sich hinter Binden mittlerweile eine breite Koalition, die sich aus allen anderen Wählergruppen zusammensetzt, wie Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Edison Research ergaben. Sieben von zehn Befragten trauen Biden auch eher zu, Trump zu besiegen.

WICHTIGER SIEG FÜR BIDEN IN FLORIDA

Biden dominierte besonders in Florida, wo er Sanders mit fast 40 Prozentpunkten hinter sich ließ. Er landete damit einen symbolisch wichtigen Triumph, denn bei Präsidentenwahlen ist Florida oft hart umkämpft zwischen Demokraten und Republikanern. In dem “Sonnenschein-Staat” kann sich entscheiden, wer am Ende ins Weiße Haus einzieht. 2016 hieß der hier Sieger Donald Trump.

Auch in Illinois landete Biden klar auf dem ersten Platz mit einem Vorsprung von 20 Prozentpunkten. In Arizona waren es mehr als zehn Punkte. Je höher ein Sieg bei einer Vorwahl ausfällt, umso mehr Delegiertenstimmen bekommt ein Bewerber zugesprochen. Die Delegierten küren dann im Sommer auf einem Parteitag offiziell den Herausforderer von Trump. In der Gesamtbilanz der bisherigen Vorwahlen kommt Biden auf etwa 230 Delegierte mehr als Sanders. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nur noch schwierig aufzuholen. Doch bereits 2016 bewies Sanders, wie zäh er sein kann. Damals gab der heute 78-Jährige sich erst kurz vor dem Parteitag der hochfavorisierten Hillary Clinton geschlagen.

Ein solches Szenario, in dem sich die beiden Bewerber und damit das linke und moderate Lager der Demokraten bis wenige Monate vor der eigentlichen Präsidentenwahl gegenseitig zerfleischen, will Biden vermeiden. Er appellierte denn auch nach seinen Erfolgen an die Anhänger des selbst ernannten demokratischen Sozialisten: “Lasst mich insbesondere zu den jungen Wählern, die von Senator Sanders inspiriert wurden, sagen: Ich weiß, was euch bewegt. Ich weiß, was auf dem Spiel steht. Ich weiß, was wir tun müssen.” Es sei sein Ziel, erst die Partei und dann die Nation wieder zu einen.

Eine rasche Entscheidung kann derzeit jedoch nur fallen, wenn Sanders das Handtuch wirft. Denn wegen der Corona-Krise haben Bundesstaaten wie Ohio und Georgia ihre Vorwahlen bereits verschoben. Die nächsten großen Abstimmungen stehen erst wieder im April an. Der Vorstand der Demokraten rief dazu auf, möglichst keine Wahlen zu verschieben, sondern sich darauf zu konzentrieren, wie die Abstimmungen sicherer gemacht werden könnten - etwa durch die Möglichkeit der Briefwahl.

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