April 30, 2008 / 3:23 PM / 12 years ago

US-Wirtschaft wächst - Rezessionsangst vorerst gebannt

Washington (Reuters) - Trotz der Finanzkrise hat die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn kein Tempo verloren und damit vorerst Rezessionsängste gebannt.

Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal mit 0,6 Prozent so stark wie Ende vorigen Jahres, wie die US-Regierung am Mittwoch mitteilte. Die Zahl überraschte selbst Experten, die nur mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet hatten. Die überraschende Stabilisierung dürfte auch bei der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend mit einfließen, für die Experten eine weitere geldpolitische Lockerung auf 2,0 von 2,25 Prozent erwarteten. Fed-Chef Ben Bernanke hatte jüngst eine Rezession im ersten Halbjahr nicht ausgeschlossen, aber eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt.

Trotz der unerwartet guten Wachstumsdaten trüben einige Zahlen das Bild: So kletterten die Ausgaben der Verbraucher mit einem Prozent so schwach wie seit rund sieben Jahren nicht mehr. Der private Konsum macht rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Die Geschäftsinvestitionen schrumpften sogar. “Die Wirtschaft hat eine Menge Tiefschläge einstecken müssen, ist aber dennoch nicht ins Wanken geraten”, sagte Ökonom Cary Leahey von Decision Economics in New York. Stratege Carl Lantz von Credit Suisse verwies zudem auf den verstärkten Lageraufbau, der offenbar maßgeblich mit zum Wachstum beigetragen habe. “Nächstes Quartal wird sich das dann negativ auf die Produktion auswirken, weil die Firmen auf die Lager zugreifen können.”

Zuletzt hatten das stark gesunkene Verbrauchervertrauen im April und fallende Preise für bestehende Eigenheime im Februar Hinweise auf eine Eintrübung der Wirtschaft geliefert. Überraschend positive Nachrichten kamen allerdings vom Arbeitsmarkt: Einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge nahm die Zahl der neuen Jobs in der Privatwirtschaft um 10.000 Stellen zu. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 60.000 neuen Stellen im privaten Sektor gerechnet.

Die Fed-Notenbanker dürften die positiven und negativen Zahlen bei ihrem Zinsentscheid genau gegeneinander abwägen: Die Währungshüter stemmen sich bereits seit Ausbruch der Finanzkrise mit einer lockeren Geldpolitik gegen einen Abschwung: Seit September hat die Notenbank den Zins bereits sechs Mal nach unten geschraubt und auf mittlerweile 2,25 Prozent abgesenkt. Analysten erwarteten, dass die Fed nun den siebten Schritt folgen lassen wird und den Leitzins auf 2,0 Prozent setzen wird. Experten warten zudem mit Spannung darauf, ob die Währungshüter Signale für ein Ende des Zinssenkungszyklus senden werden. Den Währungshütern sitzt das Inflationsgespenst im Nacken. Auch US-Präsident George W. Bush hatte sich jüngst tief besorgt über die steigenden Lebensmittel- und Spritpreise geäußert.

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