August 20, 2018 / 6:25 AM / a month ago

US-Bauern verlieren im Handelsstreit Geduld mit Trump

Des Moines (Reuters) - In Iowa haben die Bauern damit begonnen, Schweinsköpfe wegzuwerfen.

Farmer Mark Klinger talks about U.S. President Donald Trump's $12 billion emergency relief for farmers as he stands on his farm in Pecatonica, Illinois, U.S., July 25, 2018. Photo taken July 25, 2018. REUTERS/Joshua Lott

Das habe es noch nie gegeben, sagt Joni Ernst, republikanische Senatorin des US-Bundesstaates. Amerikaner essen keine Schweinsköpfe, genauso wenig wie die Füße und Zungen des Borstenviehs, aber in China gelten sie als Delikatesse. Bislang haben die Farmer damit gutes Geld verdient, wie überhaupt mit den Exporten in die Volksrepublik. Aber seit Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit China führt, leiden die Exporte. Wenige Monate vor der Kongresswahl sinkt die Zustimmung zum Präsident und seiner Politik, eine Gefahr für die Republikaner, die um ihre Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat kämpfen.

Iowa ist etwa zwei Mal so groß wie Bayern und hat mit 3,1 Millionen Einwohnern etwa so viel wie Berlin. Aus keinem Bundesstaat werden mehr Mais und Schweinefleisch exportiert. Bei Sojabohnen ist man nur hinter Illinois und bei Agrarprodukten insgesamt die Nummer zwei nach Kalifornien. Chinas Gegenzölle treffen den Bundesstaat ins Mark. Allein der Preis für Sojabohnen ist seit Anfang Mai um 15 Prozent gefallen. “Wir können nicht ein Jahr warten, um diesen Zoll-Streit beizulegen”, sagt der Landwirt Dean Hamblin. “Wenn wir diese Märkte verlieren, sind sie für immer weg.” Sein Kollege Warren Bachman befürchtet eine Krise wie in den 80er Jahren, als die Bauern ihr Land verloren, weil sie kein Geld mehr hatten. Zu Trump sagt der 72-Jährige: “Ich unterstütze ihn immer noch, aber nicht mehr so stark.”

Einer Reuters/Ipsos-Umfrage von Anfang August zufolge liegt die Zustimmung zu Trumps Politik im “Farm Belt” - die landwirtschaftlich starken Bundesstaaten etwa von Indiana bis Kansas - immer noch höher als im Landesdurchschnitt. Aber Anfang Mai betrug sein Zustimmungswert hier nur noch 52 Prozent nach 59 Prozent Mitte Juni. Politisch und wirtschaftlich lautet die Botschaft, die Senatorin Ernst vom Landwirt Hamblin mitbekommt: Sie soll den Präsidenten dazu bringen, schnell zu handeln.

“Die Angst beginnt zu eskalieren”, sagt die republikanische Gouverneurin Kim Reynolds, der mit Fred Hubbell auch ein demokratischer Herausforderer im Nacken sitzt. Zwar seien die Bürger von Iowa bereit, Trump noch etwas Zeit zu geben. “Aber das Fenster schließt sich.” Iowa stimmte zwei Mal für den Demokraten Barack Obama, bevor Trump 2016 den Bundesstaat für sich gewann. Die Demokraten hoffen nun, hier im November zwei Sitze im Repräsentantenhaus gewinnen zu können. Landesweit brauchen sie 23, um die Kammer zu erobern.

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