February 4, 2020 / 2:13 PM / 23 days ago

Chaotischer Start für Demokraten bei US-Vorwahlen - Trump triumphiert

Washington/Des Moines (Reuters) - Die US-Demokraten sind mit einer chaotischen Vorwahl ins Rennen um das Weiße Haus gestartet.

U.S. President Donald Trump waves as he boards Air Force One with First Lady Melania Trump at Joint Base Andrews in Maryland en route to West Palm Beach, Florida, U.S., January 31, 2020. REUTERS/Yuri Gripas

Stunden nach dem Ende der Urwahl im Bundesstaat Iowa lag für die angehenden Herausforderer von Präsident Donald Trump weiter kein Ergebnis vor. Es habe bei der Überprüfung der Resultate Unstimmigkeiten gegeben, teilte die Partei in der Nacht zu Dienstag mit. Unklar blieb, wann es Ergebnisse geben würde. Die Republikaner reagierten mit unverhohlenem Spott. Trump gewann die Vorwahl seiner Partei in Iowa mit überwältigender Mehrheit. Der Präsident kann nun auf eine Woche der Siege hoffen: Am Dienstagabend (Ortszeit) wurde seine Rede zur Lage der Nation erwartet, am Mittwoch dürfte er vom Senat im Amtsenthebungsverfahren freigesprochen werden.

Iowa stellt mit drei Millionen Einwohnern - noch nicht einmal so viele wie Berlin - zwar nur wenige Delegierte für die Wahl des Trump-Herausforderers. Auch erlaubt die mehrstufige, basisdemokratische Urwahl in dem landwirtschaftlich geprägten Staat mit 90 Prozent weißen Bürgern nur begrenzte Rückschlüsse auf die Kandidatenkür und die eigentliche Präsidentenwahl Anfang November. Trotzdem wollen die Kandidaten aus der ersten Vorwahl im Abstimmungskalender möglichst viel Schwung mitnehmen. In diesem Jahr war mit besonderer Spannung auf Iowa geschaut worden, weil sich insgesamt elf Demokraten bewerben und die Partei einen offenen Flügelkampf ausficht.

Entsprechend frustriert zeigten sich die Demokraten über die Verzögerung. “Jede Sekunde, die verrinnt, untergräbt den Prozess ein Stück”, sagte Roger Lau, Wahlkampfmanager der Senatorin Elizabeth Warren. Die Veranstalter betonten, die Verzögerung sei nicht Folge eines Hackerangriffs. Man wollte sichergehen, dass die Wahlergebnisse stimmten, sagte Mandy McClure von der Partei. Deshalb seien nicht nur technische Systeme eingesetzt worden, sondern auch Fotos der Ergebnisse und schriftliche Unterlagen herangezogen worden. Dabei habe es Unstimmigkeiten gegeben, die überprüft werden müssten.

“TOTALES CHAOS”

Trump sprach von totalem Chaos. “Nichts funktioniert”, twitterte der Republikaner. Nur er selbst könne sich als Sieger der Nacht fühlen. Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale bezeichnete die Probleme als “Kernschmelze der Demokraten”. Auf Twitter erklärte er: “Sie können nicht einmal die Vorwahl organisieren, und sie wollen die Regierung führen. Nein, danke.”

Allerdings hatten die Republikaner in der Vergangenheit auch Probleme in Iowa. 2012 war Mitt Romney am Wahlabend zunächst zum Sieger erklärt worden, bevor die Partei zwei Wochen später Rick Santorum mit 34 Stimmen Vorsprung an die erste Stelle setzte.

Trotz der fehlenden offiziellen Ergebnisse sprachen gleich mehrere Demokraten von einem erfolgreichen Abend. Senator Bernie Sanders beanspruchte unter Hinweise auf interne Zahlen den Sieg für sich. Warren sprach von einem “unglaublich guten Abschneiden”. Auch Pete Buttigieg erklärte, der Ausgang in Iowa sei zwar nicht bekannt. Allerdings: “Alles deutet darauf hin, dass wir als Sieger nach New Hampshire ziehen.”

Dort findet am 11. Februar die nächste Vorwahl statt. Mehrere Demokraten reisten bereits nach New Hampshire, obwohl das Iowa-Ergebnis noch ausstand. Der bedeutendste Termin danach ist am 3. März der “Super Tuesday”, an dem gleich 15 Bundesstaaten abstimmen. Dort wird eine Vorentscheidung erwartet.

Laut “New York Times” erhielt Trump in Iowa 97,1 Prozent der Stimmen bei den Republikanern. Er sollte am Dienstagabend (US-Ostküstenzeit; 03.00 Uhr Mittwoch MEZ) vor dem Kongress die Rede zur Lage der Nation halten. Dies würde ihm die Gelegenheit bieten, vor einem großen Fernsehpublikum über Errungenschaften seiner Regierung zu sprechen. Am Mittwoch ist dann die Abstimmung im Senat über das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn angesetzt. Es wird mit einem Freispruch gerechnet.

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