November 2, 2008 / 11:39 AM / 11 years ago

Obama und McCain kämpfen bis zuletzt um Unentschlossene

Traditional Russian Matryoshka dolls with pictures of US Democratic presidential nominee Senator Barack Obama (L) and Republican presidential nominee Senator John McCain are displayed for sale near Red Square in central Moscow November 2, 2008. REUTERS/Alexander Natruskin (RUSSIA) US PRESIDENTIAL ELECTION CAMPAIGN 2008 (USA)

Washington (Reuters) - Am letzten Wochenende vor der US-Präsidentenwahl sind beide Kandidaten mit einem Marathonprogramm auf Stimmenjagd in den besonders umkämpften Bundesstaaten gegangen.

Der in den Umfragen führende demokratische Bewerber Barack Obama bemühte sich um die Wähler in Nevada, Colorado und Missouri. Alle drei Staaten waren 2004 an George W. Bush gegangen. John McCain versuchte das traditionell republikanisch wählende Virginia gegen die verbreitete Wechselstimmung zu verteidigen und Obama das eher demokratisch orientierte Pennsylvania abzunehmen.

Obama kann einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage von Reuters, C-Span und Zogby zufolge mit 50 Prozent der Stimmen rechnen und McCain mit 44 Prozent. Die Fehlermarge lag bei 2,9 Prozentpunkten. Damit konnte Obama seinen Vorsprung von rund sechs Prozent halten. In anderen Umfragen ist der Vorsprung des Senators aus Illinois noch deutlich größer. Für die USA wäre es das erste Mal in der mehr als 200-jährigen Geschichte, dass ein Schwarzer ins Weiße Haus einzieht und damit mächtigster Politiker der Welt wird.

Im Bundesstaat Georgia nutzten bis zum Wochenende überraschend viele Bürger die Möglichkeit der Frühwahl. Nach Angaben der Behörden gab mehr als jeder dritte Wahlberechtigte vor dem eigentlichen Termin am 4. November seine Stimme ab. Demnach waren etwa 35 Prozent der Frühwähler Schwarze. Allgemein wird erwartet, dass diese Gruppe überwiegend Obama wählt. Insgesamt sehen Experten nur geringe Chancen für seinen republikanischen Rivalen. “Es ist schwer zu erkennen, wie McCain vorankommen kann”, sagte Wahlforscher John Zogby. Allerdings gibt es in den USA noch immer eine Schar von Unentschlossenen.

BIDEN WARNT VOR SIEGESGEWISSHEIT

Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Joseph Biden warnte die Anhänger seiner Partei deshalb auch vor allzu großer Siegesgewissheit. Bei einem Auftritt im Bundesstaat Ohio erinnerte er am Freitag daran, dass die demokratischen Kandidaten Al Gore und John Kerry in den Umfragen in den Jahren 2000 und 2004 ebenfalls geführt hätten, die Abstimmungen dann aber vom Republikaner George W. Bush gewonnen worden seien. “Diese Wahl wird sehr viel knapper ausgehen als viele erwarten”, warnte Biden.

Der amtierende Präsident Bush tauchte bei keiner Veranstaltung seines Parteifreundes McCain auf. Mit einer Popularität von unter 30 Prozent wurde der Amtsinhaber nicht gefragt, McCain zu unterstützen. Obama warf McCain wiederholt vor, ein Klon des unbeliebten Präsidenten zu sein. Bush gibt sein Amt nach acht Jahren im Januar 2009 ab. Die amerikanische Verfassung erlaubt nur zwei Amtszeiten.

Auch das Repräsentantenhaus und ein Drittel der 100 Senatoren werden am Dienstag gewählt. Im Senat fürchten die Republikaner wie im Ringen um das Präsidentenamt eine Niederlage gegen die Demokraten. Sollten diese 60 Sitze in der Kongress- Kammer erreichen, würden die Republikaner ihre Sperrminderheit verlieren. Zusammen mit dem Repräsentantenhaus könnten die Demokraten dann ohne die bisher notwendigen Kompromisse regieren.

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