February 22, 2019 / 11:19 AM / 5 months ago

Russland und China warnen vor West-Hilfen für Venezuela

Venezuela's President Nicolas Maduro speaks during a meeting with ministers and members of the government related to the science and technology sector in Caracas, Venezuela, February 18, 2019. Miraflores Palace/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.

Moskau/Peking (Reuters) - Russland und China warnen vor Hilfslieferungan nach Venezuela gegen den erklärten Willen der sozialistischen Regierung in Caracas.

Dies könne zu Ausschreitungen führen und einen Vorwand für die Entmachtung von Präsident Nicolas Maduro liefern, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag in Moskau. In Peking sagte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, durch aufgezwungene Hilfslieferungen bestehe die Gefahr, dass es zu Gewalt komme. Maduro hat Donnerstag angeordnet, die Grenzen zu Brasilien schließen. Zudem behält er sich eine Blockade der Grenzübergänge nach Kolumbien vor. Der britische Außenminister Jeremy Hunt nannte das Abweisen von Hilfen für die Bevölkerung vollkommen inakzeptabel.

Maduros Gegenspieler Juan Guaido ist bereits in die Grenzregion zu Kolumbien gereist, um die ersten Konvois mit Hilfsgütern zu erwarten. Gemeinsam mit mehreren Abgeordneten will er am Samstag versuchen, Lebensmittel und Medikamente nach Venezuela zu bringen. Die Hilfsgüter wurden auch durch seine Aufrufe gesammelt und lagern abfahrbereit in Grenzregionen. Die Bevölkerung leidet seit Jahren unter der Mangelwirtschaft in dem wegen seiner Ölvorkommen eigentlich reichen Land. Millionen Venezolaner sind vor Hunger und Armut ins Ausland geflohen.

RUSSLAND: USA WOLLEN OPPOSITION BEWAFFNEN

Der selbsternannte Präsident Guaido wird von den USA und mehreren europäischen Staaten - darunter Deutschland - anerkannt. Russland und China sehen in den von Guaido geforderten Hilfslieferungen Vorbereitungen für einen Putsch gegen Maduro. Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau erklärte unter Berufung auf nicht näher beschriebene Informationen, die USA und ihre Nato-Partner überlegten, wie die Opposition in Venezuela bewaffnet werden könnte. Außerdem warf sie der USA vor, Spezialkräfte in grenznahe Regionen von Nachbarländern Venezuelas zu verlegen.

“Wenn sogenannte Hilfsgüter Venezuela aufgezwungen werden und wenn es dann zu Gewalt und Auseinandersetzungen kommt, dann wird das ernsthafte Konsequenzen haben”, sagte Geng. “Das ist nichts, was irgendjemand sehen will.” Die venezolanische Regierung sei ruhig und zurückhaltend geblieben und habe so größere Ausschreitungen verhindert, lobte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Sein Land lehne eine Militärintervention in Venezuela ebenso ab wie Aktionen, die Spannungen oder sogar Unruhen hervorrufen könnten.

Guaido, der auch Vorsitzender des entmachteten venezolanischen Parlaments ist, fordert eine Neuwahl des Präsidenten. Dies lehnt Maduro bislang entschieden ab.

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