March 11, 2019 / 9:00 AM / 2 months ago

Guaido gibt Maduro-Regierung Schuld an Stromausfall

Venezuelan opposition leader Juan Guaido, who many nations have recognized as the country's rightful interim ruler, attends a news conference in Caracas, Venezuela March 10, 2019. REUTERS/Carlos Garcia Rawlins

Berlin (Reuters) - Venezuelas selbst ernannter Übergangspräsident Juan Guaido hat die Darstellung der Regierung zurückgewiesen, der landesweite Stromausfall gehe auf US-Sabotage zurück.

“Diese Krise wurde nicht durch einen Tornado oder eine Naturkatastrophe, sondern von der Regierung ausgelöst”, sagte Guaido in einem am Montag gesendeten Deutschlandfunk-Interview. Die Regierung müsse “erst einmal die Ursache definieren und zugeben, dass sie die Krise zu verantworten” habe. Bisher gebe es keine formale Analyse eines Technikers in Venezuela. Es sei “ein Witz”, von einem US-Cyberangriff zu sprechen. “Für mich will sich das Regime von (Nicolas) Maduro, des Diktators, nur entschuldigen, weil das, was sich jetzt in Venezuela abspielt, in seiner Verantwortung liegt.” Sabotage sei es, Investitionsgelder für die Stromversorgung “geraubt zu haben” und humanitäre Hilfe nicht ins Land zu lassen.

Der Oppositionschef und Parlamentspräsident kündigte laut deutscher Übersetzung des Interviews here an, die Nationalversammlung werde als Reaktion auf die Notlage den Alarmzustand ausrufen, die nötige Rückendeckung suchen und auf humanitäre Hilfe pochen. 17 Menschen seien nach offiziellen und rund 60 nach inoffiziellen Angaben aufgrund des Stromausfalls gestorben. "Die humanitäre Krise in Venezuela verschärft sich. Wir suchen die Unterstützung der Bürger, um eine mörderische Diktatur zu beenden." Auf die Frage, ob er eine Militärintervention, wie sie US-Präsident Donald Trump angedroht hat, ablehnen würde, sagte Guaido: "Wir sprechen von der Kraft, die nötig ist, um eine Diktatur zu besiegen – und in diesem Sinne werden wir über alle Optionen sprechen." Es erscheine ihm aber "nicht korrekt", die Frage auf eine Militärintervention durch einen Präsidenten zu reduzieren.

Der Stromausfall hält seit Donnerstag an. Für Montag hat die Regierung erneut einen arbeits- und schulfreien Tag ausgerufen. Bereits am Freitag blieben Schulen geschlossen und Geschäftsaktivitäten wurden eingestellt. Guaido, der sich im Januar zum Interimspräsidenten ernannte, hat die Venezolaner zu weiteren Protesten und einem Marsch auf Caracas aufgerufen.

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