January 25, 2019 / 6:27 AM / 3 months ago

Guaido - Von der Verlegenheitslösung zum Hoffnungsträger

FILE PHOTO: Juan Guaido, President of Venezuela's National Assembly, holds a copy of Venezuelan constitution during a rally against Venezuelan President Nicolas Maduro's government and to commemorate the 61st anniversary of the end of the dictatorship of Marcos Perez Jimenez in Caracas, Venezuela January 23, 2019. REUTERS/Carlos Garcia Rawlins/File Photo

Caracas (Reuters) - Der Hoffnungsträger der Opposition in Venezuela, Juan Guaido, war noch vor Monaten ein unbeschriebenes Blatt.

Der Industrieingenieur übernahm erst am 5. Januar fast als Verlegenheitslösung das Präsidentenamt im entmachteten Kongress. Dem Newcomer gelang es danach in wenigen Wochen die verwaiste Führung der Opposition zu übernehmen. Auch durch seine Appelle kamen Zehntausende Venezolaner zurück auf die Straße zu Protesten gegen Staatspräsident Nicolas Maduro und seine sozialistische Regierung.

Vorläufiger Höhepunkt war die offene Herausforderung der Regierung vergangenen Mittwoch, als er während er Proteste Hunderttausender sich selber zum legitimen Präsidenten ausrief. Maduro wertete dies umgehend als versuchten Staatsstreich, während in Washington US-Präsident Donald Trump ebenso wie andere Staatschefs lateinamerikanischer Länder Guaido sofort als Staatsoberhaupt anerkannten. Seitdem ist Guaido aus der Öffentlichkeit verschwunden, aber er meldet sich weiterhin mit Tweets zu Wort.

Guaido hat seine politischen Wurzeln im radikalsten Flügel des oppositionellen Parteienbündnisses. Er stammt aus der Partei des Volkswillens (Partido de la Voluntad Popular), deren eigentlicher Chef Leopoldo Lopez seit Jahren unter Hausarrest steht. Bevor er sein Mandat im Kongress antrat, hatte er keine politischen Ämter inne. Erste Erfahrung im Meinungsstreit sammelte er während seines Studiums an der Katholischen Universität Andres Bello in Caracas. Später setzte der Vater eines anderthalbjährigen Mädchens seine universitäre Ausbildung in den USA fort.

Der 35-Jährige ist der älteste von sechs Brüdern und Überlebender der schweren Überschwemmungen 1999 in der Provinz Vargas mit tausenden von Toten. Damals wurde auch sein Geburtsort Caraballeda an der karibischen Küste verwüstet. Guaido ist ein Salsa-Fan und nach eigenen Angaben ein fanatischer Anhänger der Basketball-Mannschaft von Vargas, den “Haien von La Guaira”.

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