August 5, 2018 / 10:37 AM / 4 months ago

Venezuela beschuldigt Kolumbien für Attentatsversuch

Venezuelan President Nicolas Maduro reacts during an event which was interrupted, in this still frame taken from video August 4, 2018, Caracas, Venezuela. VENEZUELAN GOVERNMENT TV/Handout via REUTERS TV. ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN PROVIDED BY A THIRD PARTY.

Caracas (Reuters) - Venezuela hat das Nachbarland Kolumbien für ein versuchtes Attentat auf den sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro verantwortlich gemacht.

Alles deute auf eine rechte Verschwörung mit Verbindungen nach Kolumbien und in den US-Bundesstaat Florida hin, sagte Maduro am Samstagabend. Demnach gab es mehrere Festnahmen. Der Staatschef hielt gerade eine Rede bei einer Militärveranstaltung, als sich mindestens eine Explosion ereignete. Nach offizieller Darstellung handelte es sich um ein versuchtes Attentat.

“Sie haben versucht, mich umzubringen”, sagte Maduro, der unverletzt blieb. Nach Angaben von Informationsminister Jorge Rodriguez explodierten die Drohnen in der Nähe des Veranstaltungsortes. Sieben Soldaten der Nationalgarde seien verletzt worden.

Die bisher weitgehend unbekannte Gruppe “Nationale Bewegung von Soldaten in T-Shirts” übernahm die Verantwortung. Die beiden Drohnen seien von Scharfschützen abgeschossen worden. “Wir haben gezeigt, dass sie verwundbar sind. Heute hatten wir keinen Erfolg, aber es ist nur eine Frage der Zeit”, hieß es in einer Erklärung, die in sozialen Medien veröffentlicht wurde. Die Organisation gründete sich 2014, um alle “Widerstandsgruppen” Venezuelas zusammenzubringen.

VORWÜRFE GEGEN KOLUMBIENS PRÄSIDENT

Maduro machte den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos persönlich für die Tat verantwortlich. Darauf deuteten erste Ermittlungen hin. Aus Regierungskreisen in Bogota verlautete dagegen, die Vorwürfe seien absurd. Santos feiere die Taufe seiner Enkelin. “Er denkt an nichts anderes und am allerwenigsten daran, andere Regierungen zu stürzen.”

Maduro wurde im Mai im Amt bestätigt. Seine wichtigsten Rivalen distanzierten sich von der Wahl und beklagten Unregelmäßigkeiten. Das ölreiche Land steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu Unterernährung in der Bevölkerung, Hyperinflation und Massenauswanderung geführt hat. Der frühere Busfahrer Maduro hat erklärt, es gebe eine “imperialistische” Verschwörung, die den Sozialismus zerstören und die Ölvorkommen des Landes übernehmen wolle. Kritiker machen dagegen ihn selbst für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich.

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