May 2, 2019 / 5:23 AM / 25 days ago

Steigende Spannungen zwischen den USA und Russland wegen Venezuela

Partisans of Venezuela's President Nicolas Maduro attend a rally in support of his government and to commemorate May Day in Caracas, Venezuela May 1, 2019. REUTERS/Carlos Eduardo Ramirez

Washington/Moskau/Caracas (Reuters) - Die Zuspitzung der Lage in Venezuela führt auch zum Streit zwischen den USA und Russland.

US-Außenminister Mike Pompeo forderte nach Angaben seines Hauses am Mittwoch in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow ein Ende der russischen Unterstützung für den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro. Die Einmischung Russlands und Kubas in den Konflikt berge das Risiko einer Destabilisierung Venezuelas und belaste die Beziehungen zwischen Russland und den USA. Lawrow indes erklärte, weitere “aggressive Schritte” in Venezuela könnten gravierenste Konsequenzen zur Folge haben. Russland hatte zuvor US-Angaben dementiert, es habe Maduro überredet, nicht aus Venezuela zu fliehen. Am Mittwoch wurden erneut Massendemonstrationen in Venezuela erwartet. Am Dienstag waren dort bei Protesten mehr als 100 Menschen verletzt worden.

Pompeo sagte am Mittwoch dem Sender Fox Business, die USA seien vorbereitet, militärisch in Venezuela tätig zu werden. “Ein militärisches Eingreifen ist möglich. Wenn es das ist, was erforderlich ist, werden es die USA tun.” Die USA bevorzugten aber einen friedlichen Machtübergang. US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte wegen der Lage in Venezuela eine geplante Reise nach Europa ab. So könne er sich besser mit Präsident Donald Trump abstimmen, teilte das Pentagon mit. Am Mittwoch soll der Nationale Sicherheitsrat im Weißen Haus zusammenkommen.

In Venezuela will der von den USA und anderen Ländern unterstützte Oppositionsführer Juan Guaido Maduro aus dem Amt drängen. Dazu versucht er, das Militär auf seine Seite zu ziehen. Für Mittwoch stellte Guaido den “größten Aufmarsch” in der Geschichte des krisengeplagten Landes. “Heute geht es weiter”, twitterte er. Am Dienstag hatte er mit einem Aufruf zum Militärputsch versucht, den seit Wochen andauernden Machtkampf für sich zu entscheiden. Dutzende Soldaten hatten sich ihm vor einem Luftwaffenstützpunkt nahe der Hauptstadt Caracas angeschlossen und sich Schusswechsel mit Maduro treuen Militärs geliefert. Der Machterhalt Maduros, der außer von Russland auch von China unterstützt wird, schien zunächst aber nicht gefährdet.

Venezuela ist unter Maduros linker Regierung in den vergangenen Jahren tief in eine Wirtschaftskrise geraten. Das Land leidet unter einer Inflation von 200.000 Prozent und einem Mangel an Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. Die schwierige Lage hat zu einer Massenflucht in Nachbarländer geführt. Maduro macht dafür einen von den USA angeführten Wirtschaftskrieg verantwortlich, der einen Umsturz zum Ziel habe. Die USA haben seit 2017 mehrfach Sanktionen gegen Venezuela verhängt. Kritiker sehen als Gründe für den Abschwung aber auch Inkompetenz von Maduros Regierung, nicht funktionierende Währungskontrollen sowie Korruption.

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