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Inlandsnachrichten

Pflicht-Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer rücken näher

Travellers line up at the new Corona Test Centre at Duesseldorf Airport in Duesseldorf, Germany, July 27, 2020. Travellers can make a voluntary test for the coronavirus disease (COVID-19) following their travel to avoid two weeks of quarantine REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin/München (Reuters) - Angesichts steigender Corona-Zahlen in der Urlaubszeit zeichnen sich wieder strengere Auflagen von Bund und Ländern ab.

Mehrere Bundesländer sprachen sich am Montag für eine Testpflicht von Urlaubs-Rückkehrern aus Risikogebieten aus. Bayern kündigte zudem an drei großen Autobahn-Grenzübergängen sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg zusätzliche Zentren für freiwillige Tests an. An den Flughäfen der beiden Großstädte kann bereits freiwillig getestet werden, was Ministerpräsident Markus Söder noch nicht weit genug geht. “Wir brauchen verpflichtende Tests an Flughäfen und zwar so schnell wie möglich.” Auch das Land Berlin, das den Vorsitz der Länder-Gesundheitsminister-Konferenz hat, zeigte sich dafür offen. Noch am Montag wollten die Länder-Minister über die Pflicht beraten, die rechtliche Fragen aufwirft.

Die Infektionszahlen weltweit aber auch in Deutschland haben in den vergangenen Tagen zugelegt. Neben lokalen Ausbrüchen gelten auch erste Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten wie etwa der Türkei als Ursache. Diese sind zwar eigentlich zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet, was aber kaum zu kontrollieren ist. Auch Nordrhein-Westfalen hat daher inzwischen am Flughafen Düsseldorf ein Testzentrum eingerichtet. An drei Regionalflughäfen soll es ebenfalls für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Testmöglichkeit geben.

Nach einer Bund-Länder-Konferenz appellierte Kanzleramtsminister Helge Braun an die Urlauber, gerade im Ausland die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Einen Beschluss zur Testpflicht verkündete er zwar noch nicht, aber: “Ich glaube, dass wir da relativ schnell zu einer Lösung kommen.” Ab späten Nachmittag wollten sich die Gesundheitsminister der Länder dazu noch einmal austauschen.

SÖDER FORDERT SCHÄRFERES VORGEHEN

In München sprach sich Ministerpräsident Söder für ein nationales Konzept für die Urlauber aus. Die Risikogebiete in Europa müssten noch einmal genauer gefasst werden. “Corona kommt schleichend zurück, aber mit aller Macht”, warnte der CSU-Politiker. Die geplanten Tests an Autobahnen und Bahnhöfen werden allerdings zunächst freiwillig bleiben. Anders als an Flughäfen könne man hier die Urlaubsorte nur über Befragungen in Erfahrung bringen, was aufwendiger sei, als an Flughäfen mit klarem Abflugort. “Meine Sorge ist nicht, dass es ein großes Ischgl gibt, sondern viele Mini-Ischgls”, sagte er mit Blick auf den österreichischen Ski-Ort, der zu Beginn der Pandemie zum Corona-Hotspot wurde.

In den vergangenen Tagen häuften sich wieder Meldungen über Corona-Ausbrüche an Urlaubsorten - zuletzt am Wolfgangsee in Österreich. Dort wurden nach über 1000 Tests an Beschäftigten und Urlaubern inzwischen 53 Infektionen festgestellt. Nahezu alle betrafen aber Angestellte im Tourismus, die teils eine gemeinsame Unterkunft nutzten.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem landwirtschaftlichen Betrieb im bayerischen Mamming verschärfte Bayern zudem die Kontrollen an den Höfen. Diese sollen häufiger unangekündigt kontrolliert werde. Die Bußgelder bei Verstößen gegen Auflagen werden auf 25.000 Euro verfünffacht. Alle Saisonarbeiter in den Betrieben müssten sich zudem landesweit testen lassen.

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