May 6, 2020 / 5:22 AM / 24 days ago

Automatismus für Rückkehr zu Shutdown bei steigenden Infektionszahlen

People on public transport wear protective masks, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Dresden, Germany, April 20, 2020. REUTERS/Matthias Rietschel

Berlin (Reuters) - Als Schutz gegen eine zweite Corona-Infektionswelle wollen Bund und Länder einen Rückkehr-Mechanismus zu den Einschränkungen im Fall von erneut steigenden Infektionszahlen einführen.

Das geht aus dem Reuters vorliegenden Entwurf für die Schaltkonferenz zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten am Mittwoch hervor. Danach soll eine Schwelle für Landkreise und kreisfreie Städte von “mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage” festgelegt werden. Sollten örtliche Gesundheitsämter dies feststellen, müssen sie die Landesregierung und das Robert-Koch-Institut (RKI) umgehend informieren. Dann müsse “sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt” werden, heißt es in dem Papier. In dem Fall sollen die Länder dann wieder lokale oder regionale Einschränkungen verhängen.

Nach der aktuellen RKI-Übersichtskarte gab es am Mittwoch einen Landkreis und eine kreisfreie Stadt, in denen es in den vergangenen sieben Tagen zusammengerechnet mehr als 50 Neuinfektionen gab. Dies ist der Landkreis Greiz mit rechnerisch 84,6 Fällen auf 100.000 Einwohnern und die Stadt Rosenheim mit 52,1. Rund ein Dutzend Landkreise vor allem in Grenznähe liegt knapp darunter. Der RKI-Lagebericht hatte mit Stand vom 05. Mai, 00.00 Uhr noch von fünf Landkreisen mit einem Wert von über 50 gesprochen.

“BESCHRÄNKUNGEN NICHT ERFORDERLICHER MOBILITÄT”

Wenn es einen örtlich sehr begrenzten Coronavirus-Ausbruch etwa in einem Pflegeheim geben sollte, wollen Bund und Länder eine Sonderregelung. Dann sollen die neuen Einschränkungen nur für diese Einrichtung gelten. “Bei einem verteilten regionalen Ausbruchsgeschehen und unklaren Infektionsketten müssen allgemeine Beschränkungen, wie sie vor dem 20. April in Deutschland gegolten haben, regional wieder konsequent eingeführt werden”, heißt es weiter. Diese Maßnahmen müssten aufrechterhalten werden, bis dieser Wert mindestens sieben Tage wieder unterschritten werde.

Sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen auch nach sieben Tagen nicht wieder unter den festgelegten Wert, sollen weitere Einschränkungen dazukommen. “Darüber hinaus sind auch Beschränkungen nicht erforderlicher Mobilität in die besonders betroffenen Gebiete hinein und aus ihnen heraus spätestens dann geboten, wenn die Zahl weiter steigt und es keine Gewissheit gibt, dass die Infektionsketten bereits umfassend unterbrochen werden konnten”, betonen Bund und Länder in dem Papier. Damit soll eine sogenannte zweite Welle, also ein erneuter starker Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten, verhindert und Infektionsketten möglichst schnell unterbrochen werden.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below