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Inlandsnachrichten

RKI meldet erstmals über 16.000 Neuinfektionen an einem Tag

A medical staff member collects a swab sample to be tested for the coronavirus as the COVID-19 spread continues, in the Mitte district of Berlin, Germany, October 28, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter rasch aus.

Das Robert-Koch-Institut verzeichnete am Donnerstag erstmals mehr als 16.000 Neuinfektionen an einem Tag, nachdem es am Mittwoch noch knapp 15.000 waren. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI 16.774 nachgewiesene Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden. Seit Ausbruch der Seuche wurden damit insgesamt 481.013 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg um 89 auf 10.272 - auch das ist ein deutlicher Anstieg. Im Kampf gegen die Infektionswelle wird im November das öffentliche Leben in der Bundesrepublik drastisch eingeschränkt. Darauf hatten sich am Mittwoch Bund und Länder geeinigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt am Morgen im Bundestag eine Regierungserklärung zur Corona-Krise ab. Am Abend berät sie mit den anderen 26 EU-Staats- und Regierungschefs. Auch in den Nachbarländern grassiert die Seuche. So rief Frankreich einen zweiten Lockdown aus, und Tschechien meldet bei den Neuinfektionen einen Höchstwert nach dem anderen. Das Land zählt zu den europäischen Ländern mit den am schnellsten steigenden Infektionsraten.

Anders als im Frühjahr will die Bundesregierung die Grenzen aber nicht schließen. “Wir müssen alles tun, um Grenzschließungen auch weiterhin zu vermeiden”, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier der “Wirtschaftswoche”. Der Europäische Binnenmarkt setze voraus, dass Lieferketten auch in Pandemiezeiten funktionierten, sagte der CDU-Politiker. “Diesbezüglich haben wir aus dem ersten Shutdown gelernt.”

Kritik an den Einschränkungen kam unter anderem vom Gaststätten- und Hotelverband (Dehoga). Das Verbot aller touristischen Übernachtungen sei faktisch ein Berufsverbot für die ganze Branche, sagte Dehoga-Chefin Ingrid Hartges den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Daher erwögen viele Unternehmen, dagegen zu klagen. Hartges forderte eine schnelle und unbürokratische Auszahlung der zugesagten Milliardenhilfen. “Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand, die Verzweiflung wächst.” Durch den zweiten Lockdown werde ein Drittel der 245.000 Betriebe den Winter nicht überstehen.

Dagegen begrüßte der Städte- und Gemeindebund die verschärften Corona-Auflagen. Die Beschlüsse zeigten “Augenmaß”, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei verhindert worden, dass das Land in eine Art Halbkoma versetzt werde und es sei richtig, insbesondere Schulen und Kindergärten grundsätzlich offen zu halten.

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