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Wirtschaftsnachrichten

Studie - Corona-Kise verstärkt Lohnlücke zwischen Frauen und Männern

The new 100 and 200 Euro banknotes are presented at the headquarters of Germany's Federal reserve Bundesbank in Frankfurt, Germany, May 21, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Corona-Krise dürfte einer Studie zufolge die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern nochmals steigern.

“Die Pandemie legt nicht nur problematische Ungleichheiten in den wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten offen, sie verschärft sie oft noch”, sagte Bettina Kohlrausch, Expertin beim WSI-Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zu einer Umfrage unter fast 7700 Erwerbstätigen. Diese kommt zum Ergebnis, dass Mütter die Hauptlast der “zusätzlichen Sorgearbeit in Corona-Zeiten” wegen geschlossener Kitas und Schulen tragen. “Die bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern dürfte sich durch die Coronakrise noch weiter vergrößern”, sagte Kohlrausch.

Rund 48 Prozent der Eltern in Paarbeziehungen bewerten laut Umfrage ihre Gesamtsituation als “äußerst” oder “sehr belastend”, wenn sie Kinder unter 14 Jahren haben. Demnach stecken vor allem erwerbstätige Frauen bei ihrer Arbeit zurück, um Kinder zu betreuen. In Haushalten mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren reduzierten 27 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer ihre Arbeitszeit, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Diese Tendenz sei in Haushalten mit niedrigeren oder mittleren Einkommen stärker ausgeprägt als bei höheren Einkommen.

“Familien mit wenig Geld können es sich häufig nicht leisten, auf das – meist höhere – Gehalt des Mannes zu verzichten.” Viele Paare hätten unter dem Druck der Krise hier keine Alternativen. Die WSI-Forscherinnen warnten aber vor langfristigen Gefahren für die Erwerbsverläufe von Frauen. Da die ökonomischen Folgen der Krise noch länger spürbar sein würden, könne eine Rückkehr zur vorherigen Arbeitszeit unter Umständen nicht möglich sein. “Somit drohen auf längere Sicht drastische Folgen für das Erwerbseinkommen von Frauen.”

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