May 18, 2020 / 1:16 PM / 9 days ago

Maas erwartet Aufhebung von weltweiter Reisewarnung Mitte Juni

German Foreign Minister Heiko Maas attends the weekly cabinet meeting, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues, in Berlin, Germany, May 6, 2020. REUTERS/Hannibal Hanschke/Pool

Berlin/Madrid (Reuters) - Deutschland wird die weltweite Reisewarnung für seine Bürger wegen der Corona-Pandemie nach Aussage von Bundesaußenminister Heiko Maas wohl Mitte Juni aufheben.

Er gehe davon aus, dass die Warnung ab dem 15. Juni durch landesspezifische Reisehinweise ersetzt werden könne, kündigte Maas am Montag nach Beratungen mit seinen Kollegen aus den zehn beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen in Europa an. Die Bürger müssten sich aber überall auf Restriktionen einstellen - an Stränden, in Restaurants und in Innenstädten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich indes skeptisch zu baldigen Urlaubsreisen ins europäische Ausland. “Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass wir schon in einem Monat wieder in Italien, Spanien oder Frankreich sind”, warnte er. “Wir bewegen uns da weiter auf dünnem Eis.” Spanien kündigte an, Ende Juni die Grenzen für Touristen öffnen zu wollen. Italien plant dies bereits Anfang Juni.

Maas mahnte zu einem sorgsamen Vorgehen. “Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zum Business as usual geben kann. Wir wollen zwar dafür sorgen und die Voraussetzung schaffen, dass Sommerurlaub möglich sein wird, aber das nur unter verantwortbaren Umständen”, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Viele Länder in Europa seien stark vom Sommertourismus und gerade auch von deutschen Reisenden abhängig und wünschten sich daher schnelle bilaterale Absprachen. Dies würde jedoch nicht dem europäischen Geist entsprechen. “Wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen, sondern wir wollen ein abgestimmtes und transparentes Vorgehen, bei dem im übrigen auch Geschäftsinteressen an erster Stelle kommen, sondern an erster Stelle immer gesundheitliche Fragen”.

MAAS - REISEWARNUNG NICHT EINZIGE GRUNDLAGE FÜR STORNIERUNGDie Bürger müssten sich darauf einstellen, dass ein Urlaub im europäischen Ausland in diesem Jahr “wahrscheinlich wenig zu tun haben wird mit dem Urlaub, den man kennt, wenn man an bestimmten Orten schon mal gewesen ist”, warnte Maas. In welchen Ländern Ferien am ehesten möglich sein werde, lasse sich noch nicht abschätzen. Zur Aussicht auf baldige Fernreisen äußerte sich der Minister unter Verweis auf die Infektionszahlen etwa in Nordamerika, Lateinamerika, Afrika und Teilen Asiens skeptisch.

Mit Blick auf bereits gebuchte Urlaube verwies Maas darauf, dass eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht die einzige Grundlage für eine kostenlose Stornierung einer Reise sei. “Das trifft auch zu, wenn zum Beispiel irgendwo es einen Ausbruch gibt, irgendwo eine Ausgangssperre verhängt wird und überhaupt keine Reise mehr stattfinden kann”, sagte er. “Da gibt es vielerlei Gründe, die eine Stornierung möglich machen, ohne dass man auf seinen Kosten sitzen bleibt.” Maas will wahrscheinlich schon in zwei Wochen erneut mit seinen Kollegen aus Bulgarien, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien und Zypern beraten.

SÖDER WILL URLAUB IN DEUTSCHLAND FINANZIELL FÖRDERN

Bayerns Ministerpräsident Söder warb unterdessen dafür, Hotels und Reisebüros in Deutschland mit finanziellen Anreizen für einen “Urlaub daheim” unter die Arme zu greifen. Er könne sich Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben für einen Urlaub in Deutschland in diesem Jahr gut vorstellen, “am liebsten für Urlaub in Bayern”, sagte der CSU-Chef in München.

Für einige südeuropäische Länder wie Spanien und Italien, die von der Pandemie besonders stark betroffen waren, ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. In Spanien etwa macht der Tourismus mehr als zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Der Tourismusverband Exceltur hat bereits früher erklärt, dass mit Einnahmeverlusten zwischen 93 und 124 Milliarden Euro zu rechnen sei, selbst wenn Ende kommenden Monats die Grenzen geöffnet würden.

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