March 9, 2020 / 9:09 AM / 3 months ago

Über 1100 Coronavirus-Fälle in Deutschland - "Schocktherapie" in Italien

FILE PHOTO: Volunteers carry out disinfection work during an anti-virus campaign in Pyongyang, North Korea in this image released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) on March 4, 2020. KCNA via REUTERS

Berlin/Rom (Reuters) - In Deutschland hat die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus die Tausender-Marke überschritten.

Das Robert-Koch-Institut in Berlin meldete am Montag insgesamt 1112 Infizierte, nachdem es am Sonntag noch 902 Fälle gewesen waren. Die meisten Infektionen gibt es nach wie vor in Nordrhein-Westfalen, wo der Erreger inzwischen bei 484 Menschen nachgewiesen wurde. In Italien kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conti eine “massive Schocktherapie” im Kampf gegen das Virus an, von dem sein Land in Europa am stärksten betroffen ist. Weite Teile der Industrieregionen im Norden Italiens sind seit Sonntag Sperrzone, um die weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Der Coronavirus-Ausbruch und der Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland versetzten Anleger weltweit in Panik, der Dax sackte am Morgen um mehr als acht Prozent auf ein 14-Monatstief ab.

Nach Nordrhein-Westfalen verzeichnen in Deutschland Bayern und Baden-Württemberg die meisten Infektionen - mit 256 beziehungsweise 199 bestätigten Fällen. Am Sonntag war erstmals auch ein deutscher Coronavirus-Toter gemeldet worden, ein Urlauber in Ägypten. Einem Bericht der “Bild”-Zeitung zufolge handelt es sich um einen Hamburger Feuerwehrmann, der in Schleswig-Holstein gewohnt habe und seit Februar in Ägypten unterwegs gewesen sei. Laut dem “Hamburger Abendblatt” machte der 60-Jährige eine Nil-Kreuzfahrt mit seiner Frau.

IRAN LÄSST 70.000 GEFANGENE FREI

Italiens Ministerpräsident Conte kündigte an, die Absperrung weiter Regionen im Norden des Landes werde nicht die letzte Maßnahme gegen das Virus sein. “Wir werden eine massive Schocktherapie anwenden. Um aus dieser Krise herauszukommen, werden wir alle menschlichen und wirtschaftlichen Mittel aufbringen”, sagte er der Zeitung “La Repubblica”. Die strikten europäischen Schuldenregeln müssten gelockert werden, um für finanziellen Spielraum zu sorgen. Die Flexibilität, die die EU-Haushaltsregeln zuließen, müsse voll ausgenutzt werden. Italien hat 7375 bestätigte Infektionen und 366 Todesfälle durch das Coronavirus gemeldet. Es ist die zweithöchste Zahl von Todesfällen nach China, wo die Epidemie im Dezember ausgebrochen war. Seither haben sich nach einer Reuters-Zählung mehr als 110.000 Menschen in 105 Ländern angesteckt, 3800 Menschen sind an dem Erreger gestorben.

Der ebenfalls stark betroffene Iran ließ rund 70.000 Gefangene frei. Dies sei wegen des Coronavirus-Ausbruchs in dem Land geschehen, hieß es auf dem Nachrichtenportal der iranischen Justiz. Es würden noch weitere Gefängnisinsassen freigelassen. Ob oder wann sie in die Haftanstalten zurückkehren müssen, wurde nicht ausgeführt. Die Zahl der Infizierten im Iran stieg binnen 595 auf 7161, die Zahl der Virus-Toten um 43 auf 237.

China und Südkorea meldeten unterdessen einen Rückgang der Neuinfektionen. Aus China außerhalb der Provinz Hubei, wo die Epidemie ausgebrochen war, wurden am Montag den zweiten Tag in Folge keine neuen Ansteckungen berichtet. Südkorea, das nach China am stärksten betroffene asiatische Land, meldete 165 neue Infektionen und damit die wenigsten seit elf Tagen sowie einen neuen Todesfall. Damit stieg die Zahl der Ansteckungen auf 7478 und die der Toten auf 51.

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