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Inlandsnachrichten

Söder gegen schnelle Corona-Lockerungen - Für mehr Schnelltests

Bavarian Prime Minister Markus Soeder looks on during a news conference with Berlin's mayor Michael Mueller and German Chancellor Angela Merkel (not pictured) at the Chancellery in Berlin, Germany October 28, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch/Pool

München (Reuters) - Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sieht keine Chance auf schnelle Lockerungen der Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

“Das wird noch eine schwere Zeit. Wir brauchen einen langen Atem und Durchhaltevermögen”, sagte der CSU-Chef am Montag vor einer Sitzung des Parteivorstands in München. Er hoffe, dass sich die Kurve der Infektionen bis zum Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Woche abflache, sei aber skeptisch. “Das wird noch länger dauern.” Der Kampf gegen Corona sei ein Wettlauf mit der Zeit. Wenn die Intensivstationen erst voll seien, sei die Politik nicht mehr handlungsfähig. Söder sprach sich gegen Öffnungen und Beschränkungen im schnellen Wechsel aus. “Wir brauchen eine Langfrist-Strategie.”

Der Ministerpräsident verteidigte die kostenlosen und frei verfügbaren Tests in Bayern. Nur noch Menschen zu testen, die ärztlich diagnostizierte Corona-Symptome zeigten, führe dazu, das die Arztpraxen überliefen, und lähme die Wirtschaft. “Wir haben in Bayern genügend Testkapazitäten”, widersprach Söder Warnungen vor einer Überlastung der Labore. Man werde aber mehr Schnelltests einsetzen, die nicht in Laboren analysiert werden müssen. Zudem müsse der Missbrauch von Tests unterbunden werden.

Söder forderte, die teils gewaltsamen Corona-Proteste am Wochenende in Leipzig aufzuarbeiten. Man müsse die sogenannten Querdenker unter die Lupe nehmen. “Geht es da nur um Kritik an einzelnen Corona-Maßnahmen oder um eine andere Form von Pegida oder um noch mehr?”, sagte der CSU-Chef. “Ich sehe da eine Herausforderung für unsere ganze Demokratie entstehen.” Er hatte in den vergangenen Wochen mehrfach aus Hass-Briefen gegen seinen Kurs in der Corona-Krise zitiert. Die “geistige Blaupause” der Proteste sei die “QAnon”-Bewegung in den USA, die seit Jahren mit Verschwörungstheorien Aufsehen erregt.

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