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Inlandsnachrichten

Warn-App wird europäisch - aber Infizierte scheuen Eintragung von positiven Tests

Soccer Football - Bundesliga - Borussia Moenchengladbach v Hertha BSC - Borussia-Park, Moenchengladbach, Germany - June 27, 2020 A corner flag with the logo of Germany's official "Corona Warn-App, following the resumption of play behind closed doors after the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) REUTERS/Wolfgang Rattay/Pool??DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video

Berlin (Reuters) - Die Corona-Warn-App wird europäisiert, ihre Wirksamkeit in Deutschland leidet aber unter einem eingeschränkten Nutzungsverhalte: Zwar gebe es 18,2 Millionen Nutzer und damit so viele wie für alle anderen europäischen Warn-Apps zusammen, sagten Kanzleramtschef Helge Braun, Gesundheitsminister Jens Spahn und Deutsche Telekom-Chef Timotheus Höttges am Mittwoch in Berlin übereinstimmend.

Aber Spahn verwies darauf, dass viele Corona-Infizierte auch 100 Tage nach der Einführung der App dort ihr positives Testergebnis nicht eintragen würden. Ihre Kontaktpersonen erhalten somit auch keine entsprechende Warnung.

Braun verwies auf die steigenden Infektionszahlen und sagte mit Blick auf den Winter: “Es wird noch mal eine Herausforderung, die Corona-Fallzahlen niedrig zu halten.” Deshalb komme der von der Deutschen Telekom und SAP im Auftrag der Bundesregierung entwickelten Warn-App eine “große Bedeutung” zu. Spahn und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär sagten, die App sei ein wichtiges Instrument, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Höttges kündigte an, dass man vor einer europaweiten Vernetzung der App-Daten stehe - dann wird eine Warnung vor einem Kontakt mit Corona-Infizierten für Reisende grenzüberschreitend möglich sein. Mit sechs Pilotländern wolle man den Datenaustausch noch diese Woche starten. Ende September wolle man dann elf Staaten angebunden haben. Kanzleramtschef Braun forderte die EU-Kommission auf, die Hürden auch für die Anbindung der Schweiz aus dem Weg zu räumen. Allerdings werden die Warn-Apps Deutschlands und Frankreichs auch in Zukunft nicht miteinander kommunizieren können, weil Frankreich als eines der wenigen europäischen Staaten eine zentrale Lösung für die Datenübermittlung und -auswertung gewählt hat. Dies erschwert die Nachverfolgung von grenzüberschreitenden Infektionsketten. Mittlerweile sei die deutsche Warn-App in anderen europäischen Staaten bereits 400.000 Mal heruntergeladen worden, sagte Braun.

Spahn appellierte an die Nutzer der App, ihre Daten auch wirklich zu teilen. Er zeigte sich besorgt, dass nur ein Teil der Positiv-Getesteten ihr jeweiliges Ergebnis weitergäben - obwohl andere Warn-App-Nutzer nur eine anonymisierte Warnung erhielten. 5000 Nutzerinnen und Nutzer hätten aber ein positives Testergebnis eingetragen und so geschätzt je zehn bis 20 Kontaktpersonen über mögliche Ansteckungsrisiken gewarnt. Entscheidender Vorteil der App sei, dass Bürger schneller gewarnt würden, ob sie einer Infektionsgefahr ausgesetzt gewesen seien, betonte Braun. Digital-Staatsministerin Bär sagte, sie selbst habe erstmals eine Warnung durch die App bekommen und sich dann sofort testen lassen. Auch Telekom-Chef Höttges forderte Bürger auf, in wesentlich größeren Umfang von der App Gebrauch zu machen. Es gebe in Deutschland rund 50 Millionen Smartphones, auf denen die App funktionieren würde.

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