March 17, 2020 / 6:24 AM / 12 days ago

Euro-Zone sagt Firmen im Kampf gegen Corona-Folgen unbegrenzte Hilfen zu

The euro sign in front of the former headquarters of the European Central Bank (ECB) is photographed with long exposure in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach TPX IMAGES OF THE DAY

Brüssel/Berlin (Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Zone haben der Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Pandemie unbegrenzte Hilfen zugesagt.

Es werde alles Nötige getan, um die ökonomischen Folgen einzugrenzen, sagte Eurogruppenchef Mario Centeno am Montag. Die Finanzminister würden sich deswegen ab jetzt mindestens ein Mal pro Woche per Telefonkonferenz abstimmen.

Die Euro-Zone hat den Angaben zufolge bislang rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung direkt in den Kampf investiert. Hinzu kämen Bürgschaften und Steuervorteile für Unternehmen im Umfang von mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. “Diese Zahlen können in der Zukunft viel größer werden”, hieß es in einer Mitteilung der Finanzminister nach einer Videokonferenz. Konjunkturprogramme zur Belebung des Wachstums und zur Stützung des Arbeitsmarktes wurden nicht ausgeschlossen. Banken sollen die volle Rückendeckung der Staaten bekommen, damit es weiterhin Kredite für Unternehmen gibt. Die jetzigen Hilfen sollen bei der Bewertung der Haushalte ausgeklammert werden - das dürfte vor allem dem hoch verschuldeten Italien helfen, das zudem besonders stark vom Coronavirus betroffen ist.

“Die EU steht vor einer riesigen Herausforderung”, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Sie zu meistern, werde aber gelingen, weil Europa die Kräfte bündele und solidarisch handele. “Die heutigen Beschlüsse machen Europa stärker und werden dafür sorgen, dass wir aus dieser Krise gut herauskommen.”

Nach Schätzungen der EU-Kommission ist eine Rezession wegen der Pandemie unausweichlich. Die Wirtschaft in der Europäischen Union dürfte 2020 um ein Prozent schrumpfen. In EU-Kreisen heißt es, intern gehe man sogar von einem Rückgang von rund 2,5 Prozent aus. Zuletzt hatte die EU noch ein Wachstum von 1,4 Prozent für 2020 veranschlagt.

Die Bundesregierung wird laut Wirtschaftsminister Peter Altmaier notfalls Schulden machen, um die Pandemie zu bewältigen. “Viele fragen sich: Können wir durchhalten? Sollen wir unsere Rücklagen angreifen? Lohnt es sich?”, sagte der CDU-Politiker in der ARD. “Und wir sagen: Ja. Deutschland war in den letzten 20 Jahren sehr erfolgreich. Und wir sind bereit, dann notfalls auch Schulden zu machen, wenn es anders nicht geht, um diese Ausgaben zu stemmen.”

Für Deutschland erwartet die Bundesregierung in diesem Jahr als Folge der Coronavirus-Krise ebenfalls ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft. “Das wird wahrscheinlich so sein”, hieß es am Montag aus dem Finanzministerium.

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