March 12, 2020 / 1:11 PM / in 21 days

EZB-Aufsicht beschließt Erleichterungen für Banken

The logo of the European Central Bank (ECB) is pictured outside its headquarters in Frankfurt, Germany, April 26, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die EZB-Bankenaufsicht unterstützt die Geldhäuser im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise.

Die Aufseher verkündeten am Donnerstag ein Maßnahmenpaket, um den Banken und damit letztlich den Unternehmen als Kreditnehmern unter die Arme zu greifen. Dazu gehören Erleichterungen bei den Kapitalanforderungen der Finanzinstitute. “Das Coronavirus erweist sich als ein bedeutender Schock für unsere Volkswirtschaften”, erklärte der oberste europäische Bankenaufseher Andrea Enria. “Die Banken müssen in der Lage sein, Haushalte und Unternehmen, die sich vorübergehend in Schwierigkeiten befinden, weiterhin zu finanzieren.”

Die Geldhäuser könnten die Kapital- und Liquiditätspuffer voll nutzen. Zudem könnten künftig auch Kapitalinstrumente, die bisher nicht als Kernkapital anerkannt werden, zur Erfüllung von Kapitalvorgaben (P2R) genutzt werden. Damit werde eine für Januar 2021 geplante Regelung vorgezogen. Sie legten den nationalen Aufsehern auch nahe, den sogenannten inländischen antizyklischen Kapitalpuffer (CCyB) aufzuweichen. Diese Maßnahmen bedeuteten eine erhebliche Kapitalentlastung für die Banken.

Auch der für dieses Jahr geplante Banken-Stresstest wird auf 2021 verschoben, wie die Europäische Bankenbehörde EBA mitteilte. Die EZB-Bankenaufsicht begrüßte diesen Schritt.

FLEXIBILITÄT BEI FAULEN KREDITEN

Die Richtlinien für notleidende Kredite gäben den Aufsehern genug Flexibilität, um auf die Bedürfnisse einzelner Banken reagieren zu können, erklärte die Bankenaufsicht. Dies erlaubt den Banken potenziell, die Kreditbedingungen für Unternehmen aufzuweichen, die unter den Folgen der Virusepidemie leiden. Eine generelle Abschwächung der Regeln verkündeten die EZB-Aufseher jedoch nicht.

Bislang müssen Forderungen gegenüber Schuldnern schnell als notleidend eingestuft werden, wenn ein Kredit nicht bedient wird. Wenn wegen der Corona-Krise die Bänder in den Fabriken still stehen oder Restaurants geschlossen sind, können Gewerbetreibende und Unternehmen bald in Zahlungsnot geraten. Bankenverbände hatten eine Lockerung der Regel gefordert, um zu verhindern, dass die Banken den Kredithahn zudrehen, weil ihr Eigenkapital gefährlich schnell schmilzt.

Zudem diskutiere die EZB mit Banken individuelle Maßnahmen, erklärte die Bankenaufsicht. Dazu gehöre die Anpassung von Zeitplänen und Fristen. So könnten Geldhäuser mehr Zeit erhalten, um von den Aufsehern identifizierte Missstände abzuschaffen. Sie betonten, dass die Banken die Erleichterungen dazu nutzen sollten, der Wirtschaft zu helfen und nicht für höhere Dividenden oder Boni.

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