March 17, 2020 / 9:40 AM / 12 days ago

US-Flugzeugbauer Boeing will Staatshilfe - Airbus hält Produktion an

The Boeing logo is displayed on a screen, at the New York Stock Exchange (NYSE) in New York, U.S., August 7, 2019. REUTERS/Brendan McDermid

Washington/Paris (Reuters) - Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing ruft angesichts der Corona-Krise nach dem Staat.

Das Unternehmen aus Seattle bestätigte am Montagabend (Ortszeit) Gespräche mit der US-Regierung und führenden Kongress-Mitgliedern über kurzfristige Staatshilfen für sich und die gesamte Luftfahrtindustrie. Für Fluggesellschaften, Flughäfen, Hersteller und Zulieferer sei der kurzfristige Zugriff auf staatliche und private Liquidität “der wichtigste Schritt”, um wieder auf die Beine zu kommen, erklärte Boeing. Eine mit den Verhandlungen vertraute Person sagte, die Branche brauche schnelle Hilfe. Es gehe um Tage.

Die Kunden der Flugzeugbauer, die Airlines, haben ihre Kapazitäten drastisch heruntergefahren, einige von ihnen kämpfen schon ums Überleben. “Man kann jetzt sagen, dass das der größte Schock ist, den die Luftfahrt weltweit je erlebt hat”, schrieb Qantas-Chef Alan Joyce in einem Brief an die Belegschaft der australischen Fluggesellschaft.

Der Münchner Triebwerksbauer MTU will angesichts dessen das Geld zusammenhalten und seine Dividende streichen - insgesamt 180 Millionen Euro. Beim europäischen Flugzeugbauer Airbus kommt derweil die Produktion ins Stocken. Um die Auflagen der Behörden in Frankreich und Spanien zum Schutz vor Corona-Ansteckungen zu erfüllen, hält der Boeing-Konkurrent dort für vier Tage die Produktion an. So lange hatte sie zuletzt 1989 stillgestanden, als der britische Zulieferer BAe Systems streikte. In der Zeit sollen die Fabriken so umgerüstet werden, dass die Mitarbeiter mit genügend Abstand weiterarbeiten können. Am Firmensitz in Toulouse betreibt Airbus sein größtes Werk.

In Deutschland und Großbritannien kann Airbus noch für einige Tage wie gewohnt weitermachen. Doch sind auch dort wegen der europaweit vernetzten Produktion Probleme absehbar.

“Wir begrüßen, wie die Regierung und der Kongress sich in dieser schwierigen Zeit für alle Teile der Luftfahrtbranche einsetzen”, teilte Boeing mit. Die Industrie, die in den USA für 2,5 Millionen Arbeitsplätze sorge, “steht wegen der Coronavirus-Pandemie vor einer drängenden Herausforderung”. US-Präsident Donald Trump reagierte am späten Abend in einem Tweet: “Die USA werden die Branchen kraftvoll unterstützen, die am stärksten betroffen sind - wie die Fluggesellschaften und andere.” US-Passagier- und Fracht-Fluglinien hatten erklärt, sie brauchten 58 Milliarden Dollar an Krediten, Subventionen und Steuererleichterungen, die Flughafenbetreiber hoffen auf zehn Milliarden Dollar.

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