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Unternehmensnachrichten

Google veröffentlicht Daten zum Verhalten in Corona-Krise

People walk past the logo of Google in Davos, Switzerland Januar 22, 2020. REUTERS/Arnd Wiegmann

Berlin (Reuters) - Regierungen weltweit können nun auf Google-Daten bei der Bewertung ihrer Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zurückgreifen.

Der weltgrößte Suchmaschinenanbieter veröffentlichte Analysen der Standortdaten von Milliarden Handynutzern in 131 Ländern, mit Informationen aus der Zeit vor und nach den Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Den Ausführungen zufolge haben Menschen rund um den Globus ihre Bewegungen gravierend verringert. Dies gilt als essenziell, um die Pandemie zu verlangsamen. Vor Google lieferten in Deutschland bereits Deutsche Telekom und Telefonica Deutschland anonymisierte Massendaten, um einen Rückschluss auf den Erfolg der Maßnahmen zu ermöglichen.

Konkret veröffentlichte Google auf Länderebene und darunter heruntergebrochene Tabellen. Diese sind aufgeteilt in verschiedene Segmente wie Restaurants, Einkaufszentren und Museen, Einzelhändler und Apotheken, Parkanlagen, Bahnhöfe sowie Arbeitsplätze und Wohngegenden.

DEUTSCHLAND FÄHRT ÖFFENTLICHES LEBEN ZURÜCK

Laut den Google-Analysen gingen in der Bundesrepublik im Zeitraum vom 16. Februar bis zum 29. März die Besuche von Bahnhöfen um 68 Prozent zurück, die von Theatern, Restaurants und anderen Freizeiteinrichtungen sogar um 77 Prozent. In Italien, dem in Europa neben Spanien am stärksten betroffenen Land, fiel letzteres sogar um 94 Prozent. In den USA gingen 47 Prozent weniger Menschen in Kinos, Kneipen, Museen und Co. Dort zeigen sich allerdings auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten, die jeweils eigene Covid-19-Strategien verfolgen. In Schweden wie auch Japan, wo die Regierungen kaum strikte Auflagen verhängt haben, hat sich öffentliche Leben weniger stark verändert.

Google-Managerin Jen Fitzpatrick schrieb, die Analysen seien ergänzend zu anderen Gesundheitsdaten gedacht. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte: “Wenn es ein Angebot von Google geben sollte, werden wir es zusammen mit dem Robert-Koch-Institut prüfen.”

Dem US-Konzern zufolge sind die Informationen kostenlos einseh- und nutzbar. Sie kommen von Handynutzern, die Google den Zugriff auf den Standortverlauf erlauben. In den kommenden Wochen will Google weitere Länder, Regionen und Sprachen hinzufügen sowie die Berichte regelmäßig aktualisieren. Facebook teilt ähnliche Informationen mit Wissenschaftlern weltweit, hat diese Daten bisher aber nicht öffentlich gemacht.

Verstöße gegen den Datenschutz konnte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nicht ausmachen: Soweit bisher ersichtlich, seien die von Google veröffentlichten Daten stark aggregiert und könnten keinen natürlichen Personen zugeordnet werden, hieß es. Ähnlich sieht das die Bundesbehörde für Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Soweit es sich um anonymisierte Daten handele, gebe es kein grundsätzliches Problem in der Bereitstellung. Diese unterlägen nicht den Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung.

Bisher haben sich weltweit mit dem Coronavirus mehr als eine Million Menschen infiziert, an der dadurch verursachten Lungenkrankheit starben Reuters-Daten zufolge mehr als 53.000 Menschen.

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