June 30, 2020 / 5:36 AM / 15 days ago

"Bauen, bauen, bauen" - Johnson präsentiert sein Krisenprogramm

Britain's Prime Minister Boris Johnson visits a science room under construction at Ealing Fields High School, in west London, Britain, June 29, 2020. REUTERS/Toby Melville/Pool

London (Reuters) - Großbritanniens Premierminister Boris Johnson kündigt eine gewaltige Kraftanstrengung an, um das Land gestärkt aus der Coronakrise zu führen.

Er stellte am Dienstag immense Investitionen in Aussicht, insbesondere in die Infrastruktur, damit die heimische Wirtschaft wieder in Schwung kommt. Viele hätten Angst vor weiteren Ausbrüchen der Krankheit, sagte Johnson in einer Rede in der mittelenglischen Stadt Dudley. Die Regierung müsse nun aber vorangehen und den Ausweg zeigen. “Wir können nicht einfach weiter nur Gefangene dieser Krise sein”, betonte er. Großbritannien müsse nun “bauen, bauen, bauen”.

“Wenn uns die Covid-Krise eines gelehrt hat, dann ist es dieses: Das Land muss bereit sein für das, was kommt, und wir müssen eine Energie und Geschwindigkeit aufbringen, die wir seit Generationen nicht mehr brauchten”, ergänzte Johnson. Es gehe nun darum, Probleme anzugehen, die das Land seit Jahrzehnten bremsten. Großbritannien sei nicht so produktiv wie viele seiner Mitbewerber. Zwar sei London “die Hauptstadt der Welt”, aber viele andere Landesteile fühlten sich abgehängt und “ungeliebt”.

Johnson hatte am Montag im Hörfunk auf das Beispiel des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt verwiesen, der sein Land mit dem “New Deal”-Programm aus der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre führte. Zu den Reformen gehörten damals kostspielige öffentliche Projekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Im ersten Quartal war die britische Wirtschaftsleistung bereits um 2,2 Prozent eingebrochen, wie nun veröffentlichte Zahlen des nationalen Statistikamtes ONS zeigen.

Großbritannien ist mit mehr als registrierten 54.000 Todesfällen weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Johnson steht wegen seiner Krisenpolitik in der Kritik. Anfang Juni hat die Regierung mit einer Lockerung der landesweiten Beschränkungen des öffentlichen Lebens begonnen. Nun allerdings sieht sie sich zu einem erneuten örtlichen Lockdown in Leicester wegen eines dortigen Corona-Ausbruchs gezwungen. Die Stadt liegt etwa 80 Kilometer entfernt von Dudley, wo Johnson sprach.

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