March 3, 2020 / 10:20 AM / in 25 days

Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland steigt auf knapp 200

An information board about the "Novel Coronavirus 2019-nCoV" is pictured at the assessment center of the Frankfurt Airport Medical Center in Frankfurt, Germany, January 31, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Das Coronavirus breitet sich auf weitere Bundesländer in Deutschland aus.

Auch in Sachsen, Thüringen, Saarland und Brandenburg wurden erste Infektionen gemeldet. Damit sind inzwischen 14 Bundesländer betroffen. Bis Dienstagnachmittag lag die Zahl der Infektionen nach Angaben des Robert Koch Instituts deutschlandweit bei 196. In dieser Zahl war jedoch die erste im Saarland gemeldete Ansteckung nicht berücksichtig. Am Montagnachmittag lag die Zahl der Infektionen bei 157. Über das Wochenende hatte die sich Zahl der Infektionen fast verdreifacht.

Am stärksten legte die Zahl der Infektionen in Nordrhein-Westfalen und Bayern zu, dort gibt es auch die meisten Fälle. “Mit weiteren Fällen, Infektionsketten und auch Ausbrüchen in Deutschland muss gerechnet werden”, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Die Gefahr für die Bevölkerung werde in Deutschland aktuell weiter als “mäßig” eingeschätzt. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte für Mittwoch eine Erklärung des Bundesregierung zum Coronavirus an.

In den USA senkte die Notenbank Fed überraschend den Leitzins, um die ökonomischen Auswirkungen der Epidemie zu bremsen. Auch die sieben führenden Industriestaaten bekräftigten ihre Bereitschaft, die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie zu begrenzen. Konkrete Maßnahmen nannten sie nach einer Telefonkonferenz der Finanzminister und Notenbankchefs allerdings nicht. Der japanische Finanzminister Taro Aso sagte, denkbar seien geldpolitische Reaktionen oder höhere Ausgaben der Staaten. Letztlich werde die Antwort von Land zu Land aber unterschiedlich ausfallen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz erklärte, die Corona-Krise werde genau beobachtet. “Wenn es nötig werden sollte, stehen uns alle Mittel zur Verfügung, um einem weltweiten Abschwung entgegenzuwirken”, twitterte der SPD-Politiker. In Deutschland hält Ifo-Präsident Clemens Fuest eine Rezession wegen der Coronavirus-Epidemie für möglich: “Wir haben ein deutlich erhöhtes Rezessionsrisiko.”

Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 90.900 Fälle bekannt, der Großteil davon mit gut 80.300 in China. Die Dynamik der Neuinfektionen verlagere sich zunehmend aus China in den Rest der Welt, sagte Schaade. Auf globaler Ebene handele es sich weiterhin um eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation. Südkorea ist mit rund 5000 Krankheitsfällen das Land außerhalb Chinas, das am stärksten von der Epidemie betroffen ist. Die meisten Todesfälle außerhalb Chinas gibt es indes im Iran mit 77. Dort wurden bislang mehr als 2300 Infektionen gemeldet. Weltweit sind bislang mehr als 3100 Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben.

Immer mehr Großveranstaltungen werden wegen der Epidemie abgesagt. In Deutschland traf es auch die Leipziger Buchmesse, die eigentlich vom 12. bis 15. März stattfinden sollte. Das Internationale Olympische Komitee hält unteressen an den Plänen für die Olympischen Sommerspiele in Tokio fest. “Ich möchte alle Athleten ermutigen, ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio 2020 mit großem Selbstvertrauen und voller Kraft fortzusetzen”, sagte IOC-Chef Thomas Bach.

Flughäfen in den besonders betroffenen Ländern verstärkten die Überprüfungen von Reisenden. US-Vizepräsident Mike Pence hatte angekündigt, dass auf Flughäfen in Südkorea und Italien innerhalb von zwölf Stunden alle Reisenden auf das Coronavirus untersucht würden. Die USA würden ihre Reisebeschränkungen möglicherweise erweitern. Auch andere Länder kündigten Einschränkungen an.

Die US-Regierung gab bekannt, dass sie führende Pharmaunternehmen zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffes und von Medikamenten verpflichtet hat. Nach Meinung der Experten könnte ein Impfstoff in zwölf bis 18 Monaten verfügbar sein. Das Bundesforschungsministerium stellt bis zu zehn Millionen Euro bereit, damit Forscher das Virus besser verstehen und Therapiemöglichkeiten vorantreiben könnten.

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