March 5, 2020 / 3:25 PM / a month ago

RKI-Institut erwartet Fortschritt bei Corona-Behandlung

A medical worker carries out a test at a Coronavirus drive-through test centre at Parson's Green Medical Centre in London, Britain, March 5, 2020. REUTERS/Hannah McKay

(Reuters) - Für die Behandlung der weltweit steigenden Zahl von Coronavirus-Erkrankten wird es nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin schon bald Therapeutika geben.

“Wir sind optimistisch, dass in den nächsten Wochen solche Medikamente dann auch in Deutschland eingesetzt werden”, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag. Mit einem Impfstoff rechne er erst im nächsten Jahr. Die Zahl der Virus-Infizierten in Deutschland stieg bis zum Morgen auf 349, davon die Hälfe in Nordrhein-Westfalen. Weltweit gibt es über 95.000 Fälle. Nach China sind vor allem Südkorea, Italien und Iran betroffen. Vielerorts wird das öffentliche Leben immer mehr eingeschränkt. In Norditalien finden in den Krisenregionen unter der Woche keine Gottesdienste mehr statt, um das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Es liefen viele Studien, in China insbesondere, wo Medikamente zur Behandlung experimentell getestet werden, sagte der RKI-Präsident. Der Einsatz eines Impfstoffes werde nicht so schnell möglich sein: “Wir gehen davon aus, dass wir im Verlauf des nächsten Jahres einen Impfstoff haben werden.” Es werde sicherlich in wenigen Monaten erste Impfstoffe geben, die aber zunächst umfangreich getestet werden müssten. Wieler mahnte dazu, im Kampf gegen das Virus nicht nachzulassen: “Die Eindämmungsstrategie muss weitergefahren werden.” Der Großteil der Infektion hänge mit Kontakten im eigenen Land zusammen.

ISRAEL - KEINE EINREISE OHNE QUARANTÄNEVORKEHRUNGEN

Israel verwehrt nun Touristen unter anderem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ohne im Voraus getroffene Quarantänevorkehrungen die Einreise. Bislang gibt es dort 15 bestätigte Virusinfektionen. Im palästinensischen Westjordanland soll die Geburtskirche in Bethlehem aus Furcht vor einer Verbreitung des Virus geschlossen werden. Am Donnerstag trugen in der Kirche viele Touristen Schutzmasken. Japan entzog Personen, die aus China und Südkorea ins Land kamen, die Visa. In der Schweiz wurde der erste Todesfall einer Infizierten bestätigt. Die 74-Jährige sei chronisch krank gewesen. In Österreich gab es mittlerweile 37 bestätigte Infektionen.

Trotz auch in Deutschland beobachteter Hamsterkäufe bremst die Ausbreitung des Coronavirus laut der Vereinten Nationen (UN) die Nachfrage nach einigen Lebensmitteln. Dies lasse die Preise sinken. Grund seien Befürchtungen, dass wegen der Epidemie eine weltweite Konjunkturschwäche drohe. Der Preis für Fleisch und Milchpulver sei gesunken, weil China weniger davon einführe.

In Deutschland wurde mit der Bildungsmesse didacta in Stuttgart eine weitere Großveranstaltung abgesagt. Zu der Messe Ende März waren 85.000 Besucher erwartet worden. Weltweit gibt es in Unternehmen Einschränkungen. In Seattle ermutigten die Konzerne Microsoft und Facebook ihre Mitarbeiter, in den nächsten Wochen von zu Hause aus zu arbeiten. Die Stadt zählt mit mindestens 39 Corona-Fällen die meisten in den USA.

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