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Wirtschaftsnachrichten

Ifo befürchtet Folgeschäden der Corona-Krise - Industrie besonders anfällig

A steel worker of ThyssenKrupp stands amid sparks of raw iron coming from a blast furnace at a ThyssenKrupp steel factory in Duisburg, western Germany, January 30, 2020. REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin (Reuters) - Das Ifo-Institut befürchtet langfristige Schäden für die deutsche Volkswirtschaft durch die Corona-Krise.

Das Problem sei die Zurückhaltung bei den Investitionen, warnt Ökonom Joachim Ragnitz von der Ifo-Niederlassung Dresden in einem Fachartikel, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Diese Zurückhaltung könne dazu führen, dass nicht genügend neue Arbeitsplätze entstünden. Während sich aktuell arg gebeutelte Branchen wie etwa Tourismus oder Gastronomie relativ rasch wieder berappeln dürften, könnten in der Industrie Produktionskapazitäten auch dauerhaft wegfallen.

Verstärkt werde diese Gefahr, da der Bereich einen tiefgreifenden Strukturwandel durchmache, vor allem wegen der politisch gewollten Abkehr von kohlenstoffhaltigen Energieträgern in der Produktion. Dieser Wandel werde jetzt durch die Corona-Krise zusätzlich erschwert. “Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass diese Belastungen nicht zu Lasten des Wohlstandsniveaus in Deutschland gehen”, so das Plädoyer des Dresdner Wissenschaftlers.

Die pandemiebedingten Umsatz- und Gewinnausfälle nähmen Unternehmen den Spielraum, notwendige Investitionen in das Sachkapital zu finanzieren. Von den Banken gebe es in dieser Situation ebenfalls wenig Unterstützung. Überdies sinke der Investitionsbedarf, da viele Anlagen und Maschinen bei weitem nicht ausgelastet seien. Schließlich dämpfe die Unsicherheit über die Erholung die Investitionsbereitschaft der Firmen. Wenn aber weniger investiert werde, bremse dies nicht nur die Modernisierung des Produktionsapparats, sondern auch die Produktivitätsentwicklung und die Zahl neuer Arbeitsplätze.

Industrie-Unternehmen, die im Zuge der Krise aus dem Markt ausscheiden müssten, würden unter Umständen nicht oder zumindest nicht schnell wieder ersetzt. “Wenn Unternehmen in Deutschland schließen müssen, kann ihr Marktanteil unter Umständen auch durch ausländische Konkurrenten übernommen werden”, so Ragnitz. Die Coronakrise berge somit die Gefahr, dass es zu einer dauerhaften Schwächung der hiesigen Industrie komme. Um dies zu vermeiden, seien Liquiditäts- und Anpassungshilfen deutlich eher gerechtfertigt als in vielen anderen Sektoren.

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