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Unternehmensnachrichten

"Wir können Covid-19 stoppen" - Moderna-Impfstoff gibt Hoffnung

Vials with a sticker reading, "COVID-19 / Coronavirus vaccine / Injection only" and a medical syringe are seen in front of a displayed Moderna logo in this illustration taken October 31, 2020. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration

Frankfurt/New York (Reuters) - Ein weiterer Studienerfolg mit einem Corona-Impfstoff schürt Hoffnungen im Wettlauf zur Beendigung der Pandemie.

Nach dem Mainzer Biotechunternehmen BioNTech und seinem Partner Pfizer legte auch der US-Pharmakonzern Moderna positive Daten aus der entscheidenden Studie mit seinem Impfstoff vor. In einer Zwischenanalyse zeigte die Impfung eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent beim Schutz vor Covid-19. “Wir werden einen Impfstoff haben, der Covid-19 stoppen kann”, sagte Moderna-Präsident Stephen Hoge. Zusammen mit dem Biontech-Impfstoff, der auf eine Wirksamkeit von über 90 Prozent kam, könnten in den USA damit noch im Dezember zwei Impfstoffe über eine Notfallzulassung auf den Markt kommen.

“Das sind hervorragende Neuigkeiten. Mit etwas Glück wird uns das allen helfen, 2021 irgendwann wieder zu etwas Normalität zurückzukehren”, sagte Eleanor Riley, Professorin für Immunologie und Infektionskrankheiten von der Universität Edinburgh. Der Optimismus, dass es in den nächsten Monaten eine Auswahl an guten Impfstoffen gebe, steige dadurch erheblich, erklärte der Wissenschaftler Peter Openshaw vom Imperial College in London. Die Experten wiesen aber - wie schon bei Biontech und Pfizer - darauf hin, dass noch weitere detaillierte Daten nötig seien. Eine wichtige Unbekannte sei etwa, ob der Impfstoff auch die Übertragung der Krankheit verhindere, urteilte Riley.

An den Börsen ließen die zweiten positiven Nachrichten zu einem Corona-Impfstoff binnen einer Woche Hoffnung aufkommen. Der Dax legte um bis zu 1,5 Prozent zu und steuerte auf seinen größten Monatsgewinn seit 2009 zu, Moderna-Aktien stiegen um 15,4 Prozent und erreichten ein Rekordhoch. Allerdings fiel die Reaktion nicht mehr so euphorisch aus wie in der Vorwoche, da unklar ist, wann der Impfstoff zur Verfügung steht und wie schnell die Pandemie überwunden werden kann.

IMPFSTOFF PUNKTET MIT LÄNGERER HALTBARKEIT

Moderna erwartet, in den kommenden Wochen in den USA eine Notfallzulassung beantragen zu können. Die Europäische Arzneimittelagentur leitete am Montag einen beschleunigten Zulassungsprozess ein. Die Europäische Union hat mit Moderna bereits Sondierungsgespräche über den Kauf von bis zu 160 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Die USA haben mit dem Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung von 100 Millionen Dosen im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar geschlossen. Moderna hat bisher noch kein Produkt auf den Markt gebracht. Das 2010 gegründete Unternehmen hatte im Frühjahr die erste Corona-Impfstoffstudie in den USA gestartet.

Biontech und Pfizer planen noch in diesem Monat einen Antrag für eine Notfallgenehmigung in den USA, in dieser Woche erwarten sie die dafür entscheidenden Daten zur Sicherheit des Impfstoffs. Der Impfstoff von Moderna kann vor allem mit Haltbarkeitsvorteilen gegenüber der Biontech-Impfung punkten. Er benötigt keine ultrakalte Lagerung und kann damit einfacher ausgeliefert werden. Moderna erwartet, dass er bei normalen Kühlschranktemperaturen 30 Tage lang stabil ist und bis zu sechs Monate bei minus 20 Grad Celsius gelagert werden kann. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer muss dagegen bei minus 70 Grad versendet und gelagert werden, bei normalen Kühlschranktemperaturen ist er fünf Tage lang haltbar.

Beide Impfstoffe basieren auf der so genannten Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Ein solcher Impfstoff soll schneller in großem Maßstab hergestellt werden können als herkömmliche. Er benötigt aber eben auch eine höhere Kühlung. Biontech arbeitet an dem Nachweis, dass sich sein Impfstoff länger als bisher gedacht bei Kühlschranktemperatur aufbewahren lässt. Weitere Daten dazu sollen im Dezember vorliegen. Der mRNA-Corona-Impfstoff der Tübinger CureVac bietet bereits eine längere Haltbarkeit von mindestens drei Monaten bei Kühlschranktemperatur, wie das Unternehmen in der vergangenen Woche angekündigt hat. Zu diesem Impfstoff liegen aber noch keine Wirksamkeitsdaten aus der entscheidenden Studienphase vor.

Die vorläufige Analyse der Studie von Moderna, die insgesamt 30.000 Teilnehmer umfasst, basiert auf 95 Infektionen unter den Probanden, die entweder den Impfstoff erhielten oder ein Placebo. Unter diesen traten nur fünf Infektionen bei denjenigen auf, die den Impfstoff erhielten. Dieser wurde in zwei Dosen verabreicht. Den Daten zufolge schützte der Impfstoff auch vor schweren Verläufen von Covid-19. Bei den Probanden seien nur milde bis moderate Nebenwirkungen aufgetreten. Die beobachteten Nebenwirkungen wie Gliederschmerzen und Müdigkeit sind nach Einschätzung von Experten aber nicht unüblich bei Impfungen von Erwachsenen.

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