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Inlandsnachrichten

Umfrage - Aussicht auf Impfstoff weckt Reiselust in Deutschen

Airplanes of German carrier Lufthansa stand on the tarmac at Munich International Airport, Germany, August 4, 2020. REUTERS/Michael Dalder

Berlin (Reuters) - Die Aussicht auf Impfungen gegen Corona wird wohl keinen Konsumrausch in Deutschland auslösen, aber der gebeutelten Reisebranche Aufwind verschaffen.

Das lässt sich aus am Dienstag veröffentlichten Umfragedaten des Marktforschungsunternehmens Dynata schließen, die im Auftrag von Reuters erhoben wurden. Dabei wurden Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA und Australien unter anderem zu ihren Plänen für die Zeit nach einer Covid-19-Impfung befragt. 46 Prozent der Deutschen freuen sich demnach darauf, wieder im Ausland Urlaub machen zu können.

Übertroffen werden sie in ihrer Reiselust nur von den Briten mit einem Wert von 47 Prozent, gefolgt von den Australiern mit 40 Prozent. In Frankreich ist das Fernweh hingegen weit weniger ausgeprägt: Nicht einmal ein Drittel zieht es auf Reisen ins Ausland. In den USA sind es gar nur 23 Prozent.

Zugleich ergab die Umfrage, dass der private Konsum wohl insgesamt keinen Schub erhalten wird. Nur 14 Prozent der Deutschen freuen sich mit der Perspektive auf eine großflächig verfügbare Corona-Impfung darauf, wieder mehr Geld auszugeben und weniger zu sparen. Bei den europäischen Nachbarn ist diese Zahl noch geringer (9 Prozent in Frankreich, 11 Prozent in Großbritannien).

DEUTSCHE BLEIBEN DISZIPLINIERT

Zugleich halten es 42 Prozent der Deutschen für “äußerst wichtig”, dass die verhängten Eindämmungsmaßnahmen weiter eingehalten werden, auch wenn ein Impfstoff in der ersten Jahreshälfte 2021 auf breiter Basis verfügbar sein sollte. Von den fünf Ländern der Studie hält Großbritannien dies für am wichtigsten (52 Prozent der Befragten), in Australien sind es immerhin 43 Prozent. Frankreich zeigt die geringste Zustimmung mit 30 Prozent.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht eine “hohe Wahrscheinlichkeit”, dass im ersten Quartal 2021 ein Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat zugleich klargestellt, dass es keine Impfpflicht geben wird. Die Ressentiments gegen eine obligatorische Corona-Impfung sind laut der Umfrage in den USA am größten: 23 Prozent der Befragten lehnen diese Idee entschieden ab. In Deutschland sind es immerhin 21 Prozent. Besonders hoch ist die Zustimmung für eine obligatorische Impfung in Australien: 41 Prozent der Befragten stimmen “voll und ganz” zu. In den USA sind nur 25 Prozent voll und ganz dafür, in Frankreich 19 Prozent und in Deutschland 15 Prozent der Befragten.

Wie Dynata im Rahmen weiterer, aber nicht exklusiv für Reuters erhobener Umfragedaten ermittelte, verteilt sich hierzulande die Akzeptanz für eine Corona-Impfung annähernd gleichmäßig über die Bevölkerung: 27 Prozent der Befragten würden sich sofort impfen lassen, weitere 30 Prozent nach einer Empfehlung durch ihren Arzt, und 28 Prozent würden zunächst abwarten, bis andere geimpft worden sind. Zehn Prozent der Befragten lehnen eine Impfung gegen das Corona-Virus ab. Dynata hatte im Rahmen der Online-Umfrage zwischen dem 12. und 16. November mindestens 1000 Personen aus jedem Land direkt befragt.

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