July 13, 2020 / 9:14 AM / 25 days ago

Spahn - EU-Liste für heimische Produktion von Wirkstoffen

German Health Minister Jens Spahn speaks during a news conference, following the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) in Berlin, Germany, July 13, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch/Pool

Berlin (Reuters) - Deutschland wird nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn in seiner EU-Ratspräsidentschaft an einer größere Unabhängigkeit Europas bei der Medikamentenversorgung arbeiten.

Die EU erarbeite derzeit eine Liste mit medizinischen Wirkstoffen, die wieder in Europa produziert werden sollten, sagte Spahn am Montag in Berlin. Es gehe dabei nicht darum, die Produktion aller Medikamente wieder nach Europa zu verlagern oder diese ausschließlich in Europa zu produzieren. Ziel sei aber, die Abhängigkeit von anderen Weltregionen zu reduzieren. “Es sollte sich nicht in China entscheiden, ob wir ausreichend Schutzmasken haben”, sagte Spahn zu den Bemühungen nach mehr Unabhängigkeit.

Zugleich äußerten sich sowohl der Gesundheitsminister als auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, zufrieden mit den bisherigen Anstrengungen zur Impfstoffforschung gegen das Coronavirus. Es sei “vielversprechend”, dass sich weltweit schon mehrere Impfstoffe in der zweiten und dritten Phase ihrer Erprobung befänden, sagte Spahn. Zudem gebe es in Deutschland mehr Probanden als nötig seien. “Das stimmt sehr optimistisch”, sagte auch Wieler. Beide verwiesen aber darauf, dass Tests noch keinen Erfolg garantierten. Die Sicherheitsstandards müssten sehr hoch sein, weil am Ende mehrere Milliarden Menschen mit dem Anti-Corona-Impfstoff geimpft werden sollten.

SPAHN WILL MEHR EUROPA IN WHO

Wieler warnte davor, dass einige Staaten ihre Vorsorge gegenüber den Influenza-Viren in der Corona-Krise aus Kostengründen heruntergefahren hätten. Man müsse beim Anti-Corona-Kampf auch die Gefahr durch andere Viren im Auge behalten. Deutschland habe in diesem Jahr aber mit 25 Millionen Impfdosen gegen Influenza so große Vorräte wie nie angelegt, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn dazu. Es sei wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen ließen. Eine Sorge der Gesundheitsbehörden ist, dass eine mögliche zweite Corona-Welle im Herbst mit der normalen Influenza-Saison zusammenkommt und das Gesundheitssystem überfordern könnte. Spahn mahnte deshalb, bei den Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus nicht nachzulassen.

Zudem forderte er eine intensivere internationale Zusammenarbeit bei der Pandemie-Bekämpfung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die EU müsse nach dem angekündigten US-Austritt eine stärkere Rolle in der WHO anstreben, sagte Spahn. Deutschland sei in diesem Jahr mit mehr als 500 Millionen Euro der größte Geldgeber der WHO. Aber auch andere Staaten müssten bereit sein, mehr Geld zu zahlen. Nur so könne man auch den Einfluss nicht-staatlicher Finanziers der WHO zurückdrängen. Hintergrund ist, dass Stiftungen wie die von Bill Gates mittlerweile zu Großfinanziers der WHO aufgerückt sind, was umstritten ist.

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