June 26, 2020 / 5:24 AM / 12 days ago

Studie - Covid-19 verursacht vorwiegend leichte Erkrankung bei Kindern

A teacher talks to a child, both wearing protective face masks, in a classroom at a primary school, as Austrian schools reopen for pupils aged roughly six to 14, during the global coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Brunn am Gebirge, Austria May 18, 2020. REUTERS/Leonhard Foeger

Frankfurt (Reuters) - Kinder sind einer ersten europaweiten Studie zufolge in geringerem Ausmaß von dem neuartigen Coronavirus betroffen.

Die Untersuchung mit 582 Kindern und Jugendlichen mit Covid-19 bestätige, dass die durch das Coronavirus verursachte Lungenkrankheit vorwiegend leichte Erkrankungen bei Kindern verursacht und Todesfälle sehr selten sind, wie aus der in der renommierten Fachzeitschrift “The Lancet Child & Adolescent Health” veröffentlichten Studie hervorgeht. Zwar habe die Mehrheit - 62 Prozent - ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, jedoch habe weniger als jeder zehnte Patient auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

“Unsere Studie bietet den bislang umfassendsten Überblick über Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen”, erklärte Marc Tebruegge vom UCL Great Ormond Street Institut für Kindergesundheit in London. “Es war beruhigend zu sehen, dass die Sterblichkeitsrate in unserer Studiengruppe sehr niedrig war und wahrscheinlich noch wesentlich niedriger ist, da viele Kinder mit leichten Erkrankungen nicht zur medizinischen Behandlung gebracht und daher nicht in diese Untersuchung aufgenommen wurden.” Gleichwohl rieten “Lancet” zufolge die Wissenschaftler davon ab, die in ihrer Studie beobachteten Zahlen auf die breite Bevölkerung zu übertragen.

Insgesamt leide die überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen nur an leichten Erkrankungen, hieß es in der Untersuchung. Dennoch entwickele eine erhebliche Anzahl eine schwere Erkrankung und benötige Unterstützung auf der Intensivstation. “Dies sollte bei der Planung und Priorisierung der Gesundheitsressourcen im Verlauf der Pandemie berücksichtigt werden”, sagte Tebruegge. Am häufigsten traten bei den Kindern Fieber und Anzeichen einer Infektion der oberen Atemwege auf. Die Studie fand im April während des ersten Höhepunkts der Corona-Pandemie in Europa statt. An ihr nahmen 82 spezialisierte Gesundheitseinrichtungen in 25 europäischen Ländern teil. Vier Patienten starben während des Studienzeitraums, von denen zwei bereits bestehende Erkrankungen hatten.

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