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Weltnachrichten

Reuters-Daten - Mehr als eine halbe Million Coronavirus-Tote

Patients infected with coronavirus disease (COVID-19) are seen in an Intensive Care Unit (ICU), at the Dr. Alberto Antranik Eurnekian hospital, in Ezeiza, on the outskirts of Buenos Aires, Argentina June 24, 2020. Picture taken June 24, 2020. REUTERS/Agustin Marcarian

Sydney/Peking (Reuters) - Mehr als eine halbe Million Menschen weltweit sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters inzwischen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Damit wurden in fünf Monaten mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet als pro Jahr im Zusammenhang mit Malaria, wie ein Vergleich mit Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2018 zeigt. Die durchschnittliche Covid-Totenzahl von etwa 78.000 pro Monat liegt demnach here auch höher als die von 64.000 im Zusammenhang mit der Immunschwächekrankheit Aids. Die Zahl der bekannten Infektionen hat den Reuters-Daten zufolge am Wochenende die Schwelle von zehn Millionen überschritten. Allerdings befürchten Gesundheitsexperten, dass die tatsächliche Zahl sowohl der Infektions- als auch der Todesfälle deutlich höher ist. In etlichen Ländern würden die Fälle vermutlich nicht ausreichend registriert, zudem werde in unterschiedlichem Ausmaß getestet.

Während die Todesrate insgesamt zurückgeht, wächst die Besorgnis der Gesundheitsexperten, weil in den USA, Indien und Brasilien so viele Neuinfektionen gemeldet werden wie nie zuvor und zudem in Asien nach einem Abflauen wieder neue Ausbrüche bekanntgeworden sind. In den USA registrierten die Behörden rund 44.700 neue Ansteckungsfälle und 508 weitere Tote, die am oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Auf die Vereinigten Staaten entfällt etwa ein Viertel aller Todesfälle. Weltweit sterben alle 24 Stunden mehr als 4700 Menschen an einer mit Covid-19 in Zusammenhang stehenden Krankheit.

Die hohe Zahl der Todesfälle hat sich auch auf die Bestattungsriten ausgewirkt. Leichenschauhäuser und Bestattungsunternehmen waren überlastet, Angehörige durften sich oft nicht persönlich verabschieden. In Israel wurde der Brauch, die Leichen zu waschen, verboten. Statt wie üblich in Stoff werden die Leichen dort nun in Plastikfolien gehüllt. In Italien wurden Katholiken ohne den Segen eines Priesters beigesetzt. In New York arbeiteten Krematorien bis weit in die Nacht, weil kein Platz mehr für die Verstorbenen war.

Experten untersuchen auch, wie sich die Demographie in den verschiedenen Regionen auf die Sterblichkeitsrate auswirkt. So meldeten einige europäische Länder mit großen älteren Bevölkerungsgruppen höhere Sterblichkeitsraten. Eine Untersuchung von mehr als 300.000 Fällen in 20 europäischen Ländern ergab, dass etwa 46 Prozent aller Verstorbenen älter als 80 Jahre waren. In Indonesien dagegen starben Hunderte Kinder, was Experten auf Unterernährung, Anämie und unzureichende Gesundheitseinrichtungen für Kinder zurückführten.

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