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Weltnachrichten

Tschechien will wegen Corona-Krise Ausnahmezustand verhängen

Czech Prime Minister Andrej Babis attends a news conference at the government headquarters as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Prague, Czech Republic, September 21, 2020. Office of the Government of the Czech Republic/Handout via REUTERS THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVES

Prag (Reuters) - Die tschechische Regierung will wegen der Corona-Krise den Ausnahmezustand verhängen, um weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen zu können.

Dies sei notwendig, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert werde, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch im Parlament in Prag. Das Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte am Dienstag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden mit 1965 angegeben. In Deutschland mit gut 80 Millionen Einwohnern lag die Zahl am Mittwoch bei 1798. Nach Spanien steigen die Werte damit in Tschechien europaweit am schnellsten.

Die Verhängung des Ausnahmezustandes bedeutet zunächst nicht automatisch, dass die Regierung drakonische Schritte gehen wird. Es räumt ihr aber eine größere Freiheit ein, das öffentliche Leben und die Wirtschaft stärker einzuschränken. Prymula schlug vor, die Zahl der Teilnehmer bei öffentlichen Veranstaltungen draußen auf 20 und in Räumen auf zehn zu begrenzen. Ab Montag sollen weiterführende Schulen geschlossen bleiben. Auch die Universitäten blieben weiter im Online-Betrieb. Medizinstudenten sollten sich bereit halten, in Krankenhäusern zu helfen. Die neuen Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen in Kraft bleiben. Das Kabinett wollte sich noch am Mittwoch damit befassen.

Geschäfte, Bars und Restaurants sowie Theater sollten nach Prymulas Worten geöffnet bleiben. Auch die Bewegungsfreiheit werde zunächst nicht eingeschränkt, so wie dies im Frühjahr der Fall gewesen sei. Konzerte blieben aber weiter verboten. Dem Minister zufolge sind derzeit 976 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern, 172 mehr als vor einem Monat. Derzeit gebe es noch ausreichend Intensivbetten, eine Ausweitung der Kapazitäten erfordere aber eine Reorganisation der Pflege und eine Verschiebung nicht dringlicher Fälle.

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