May 7, 2020 / 1:09 PM / 23 days ago

Erneut Millionen Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe - doch Ansturm lässt nach

People gather at the entrance for the New York State Department of Labor offices, which closed to the public due to the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in the Brooklyn borough of New York City, U.S., March 20, 2020. REUTERS/Andrew Kelly

Washington (Reuters) - Ein wachsendes Heer von Arbeitslosen ist in den USA auf staatliche Stütze angewiesen.

Doch sinkt die Zahl der Erstanträge Woche um Woche: In der vorigen Woche waren es 3,16 Millionen, in der vorangegangenen allerdings noch 3,84 Millionen Erstanträge, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Seit dem 21. März summierten sich diese Gesuche auf rund 33 Millionen, doch nimmt die Zahl der Anträge seit fünf Wochen kontinuierlich ab. Der Höhepunkt wurde in der Woche bis zum 28. März mit 6,86 Millionen erreicht.

“Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hat sich im Vergleich zur Vorwoche etwas reduziert. Anzumerken ist jedoch, dass die Zahl weiterhin hoch ist und die Belastungen durch die Corona-Pandemie weiterhin den Arbeitsmarkt belasten”, so die Einschätzung von Ökonom Patrick Boldt von der Helaba. Die Rezessionssorgen blieben zunächst noch bestehen.  Die Virus-Krise hat dem jahrelangen Boom am US-Jobmarkt ein jähes Ende bereitet und Massenarbeitslosigkeit ausgelöst. Für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung für April gehen von Reuters befragte Ökonomen von einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenquote auf 16,0 Prozent von 4,4 Prozent im März aus. Zugleich beziffern sie den zu erwartenden Jobabbau im vorigen Monat auf die Rekordzahl von 22 Millionen.

Der Arbeitsmarktbericht wird laut dem US-Währungshüter Neel Kashkari jedoch nicht das gesamte Ausmaß der Misere am Arbeitsmarkt in der Coronakrise abbilden. Der Chef des Fed-Bezirks Minneapolis sagte dem Sender NBC, bei den offiziellen Zahlen könne es auf eine Arbeitslosenquote von 17 Prozent hinauslaufen. Doch eigentlich dürfte diese bei 23 Prozent liegen: “In dem schlecht ausfallenden Bericht morgen wird der Schaden eher unterschätzt”, fügte er an. Da viele Arbeitslose nicht aktiv nach einem Job suchten, würden sie durch das Raster der Statistik fallen.

Notenbank-Chef Jerome Powell hatte jüngst versichert, die Fed könne die Wirtschaft so lange wie nötig über Wasser halten. Sie hat dazu unter anderem bereits ein 2,3 Billionen Dollar schweres Not-Programm aufgelegt. Der Chef des Fed-Bezirks Atlanta, Raphael Bostic, erklärte, die Notenbank werde die gesamte Munition in ihrem Arsenal nutzen. Falls sich die Jobverluste als vorübergehend erweisen sollten, könne die konjunkturelle Erholung nach der Rezession “ziemlich stark” ausfallen. Doch wenn Arbeitsplätze dauerhaft verloren gehen sollten, werde die wirtschaftliche Besserung zäh verlaufen.

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